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Nr.: 12/17

Datum: 31.05.2017

Baden-Württemberg beendet als erstes Bundesland am 1. Juni das analoge Fernsehzeitalter

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  • LFK-Präsident Dr. Wolfgang Kreißig begrüßt die Digitalisierungsoffensive von Unitymedia „für mehr Vielfalt im Programmangebot“

  • Noch 100.000 Haushalte mit Analog-TV

  • Mehr Internet-Bandbreite für den ländlichen Raum

  • Forderung nach mehr Nutzerfreundlichkeit der TV-Geräte.

    Kreißig: „Eine größere Programmvielfalt verlangt gleichzeitig nach einer
    verbesserten Auffindbarkeit insbesondere von Public-Value-Angeboten
    oder von regionalen Inhalten“



Stuttgart, 31.05.2017. Am 1. Juni endet in vielen Städten in Baden-Württemberg das analoge Fernsehzeitalter. Dann startet der Kabelnetzbetreiber Unitymedia die letzte Stufe zur Abschaltung der analogen TV-Verbreitung. In zwei Phasen, am 1. und am 6. Juni, wird zuerst im Süden und dann im Norden von Baden-Württemberg die alte Übertragungstechnik stillgelegt. Etwa 100.000 Haushalte sollen laut Unitymedia noch kein Digitalfernsehen nutzen. Für diese Zuschauer ist es jetzt „5 vor 12“. Sie müssen sofort entweder einen Digitalreceiver oder ein TV-Gerät mit Kabel Digital Tuner (DVB-C) kaufen, sonst bleibt ihr Bildschirm dauerhaft schwarz.

Digitalisierungsoffensive auch für mehr Breitband im ländlichen Raum

„Als Landesmedienanstalt unterstützen wir die Digitalisierungsoffensive von Unitymedia. Denn sie sorgt für mehr Vielfalt im Programmangebot, bessere Bildqualität und bietet auch die Möglichkeit für mehr regionale Inhalte in HD“, kommentiert Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation (LFK). Aber auch ein weiterer Aspekt ist für Kreißig wichtig: „Im Rahmen der Clearingstelle Neue Medien kümmern wir uns in Baden-Württemberg als LFK gemeinsam mit Ministerien und kommunalen Partnern um die schnelle Internetversorgung im ländlichen Raum. Auch vor diesem Hintergrund begrüßen wir die Digitalisierung von Unitymedia, die für mehr Breitbandkapazität sorgt“.

Auffindbarkeit der Sender muss verbessert werden

War die analoge Fernsehwelt mit 30 Programmen noch überschaubar, so stellt sich bei nun deutlich größerer Vielfalt im Kabel stärker die Frage der Auffindbarkeit einzelner Sender. Seit vielen Jahren ist es darum gesetzliche Aufgabe der Landesmedienanstalten, die Reihenfolge der Programme im digitalen Kabel zu prüfen, ob sie nachvollziehbar und plausibel ist. Allerdings müssen die Fernsehhersteller diese Reihenfolge nicht übernehmen, sondern platzieren die Programme oftmals nach eigenen Kriterien. „Das kann nicht im Sinne der Verbraucher sein. Darum begrüßen wir die Initiative der Länder, in Zukunft auch die Gestaltung von sogenannten Benutzeroberflächen wie zum Beispiel Programmübersichten regulatorische stärker in den Blick zu nehmen, um damit auch eine bessere Auffindbarkeit von Public-Value-Angeboten oder von regionalen Inhalten zu gewährleisten“, so Dr. Wolfgang Kreißig.

Letzter Fernsehübertragungsweg jetzt „voll digital“

Unitymedia ist der größte Kabelnetzbetreiber in Baden-Württemberg und versorgt fast alle Kabelnetze. In einigen Städten gibt es noch kleinere private Kabelbetreiber, die zum Teil auch noch weiterhin analoges Fernsehen anbieten. Mit dem Aus in Baden-Württemberg endet auch die großflächige analoge Fernsehverbreitung. 2006 wurde das Antennenfernsehen digitalisiert, 2012 das analoge Satellitenfernsehen abgeschaltet.

Auf der Webseite der Landesanstalt für Kommunikation werden viele Fragen zum Ende der analogen Kabelverbreitung beantwortet. www.lfk.de


Häufige Fragen und Antworten
Analoge Kabelverbreitung in Baden-Württemberg
)))
Wer ist vom Ende der analogen Kabelverbreitung betroffen?
Alle direkten Kabelkunden von Unitymedia (vormals Kabel BW) und alle
indirekten Kunden, die über ihre Hausverwaltung einen Vertrag mit Unitymedia
abgeschlossen haben und über die Nebenkosten ein monatliches Kabelentgelt
bezahlen. Etwa 100.000 der Kabelhaushalte in Baden-Württemberg schauen
noch das alte analoge Fernsehen. Nur diese Zuschauer sind betroffen.
)))
Woran merke ich, dass ich analoges Fernsehen schaue?
Analoges Fernsehen hat eine schlechtere Bildqualität und bietet nur etwa 30
Sender. In der Regel haben analoge Kunden noch ein älteres voluminöses
Röhrenfernsehgerät und kein separates Zusatzgerät für digital-TV oder einen
älteren Flachbildschirm ohne eingebauten Kabel-Tuner (DVB-C) und kein
digitales Zusatzgerät (Receiver; Settop-Box). Falls ich Sky-Kunde
bin,empfange ich Digital-TV.
)))
Was muss ich als Kabel-Kunde jetzt tun?
Wenn ich meine Sender mit einem neueren Fernsehgerät mit eingebautem
Kabel Tuner (DVB-C) oder einem Zusatz-Receiver empfange (Settop-Box)
oder SKY-Kunde bin oder neben der Sender-Kennung auf dem Bildschirm das
Zeichen HD zu sehen ist, dann ändert sich für mich nichts. Ich schaue bereits
Digital-TV.
Wenn ich ein älteres voluminöses „Röhrengerät“ ohne Flachbildschirm oder
einen älteren Flachbildschirm ohne eingebauten Kabel-Tuner besitze, dann
muss einen Zusatzreceiver kaufen oder bei Unitymedia monatlich mieten. Oder
ggf. einen neuen Fernseher anschaffen. Die meisten TV-Geräte, die heute im
Handel angeboten werden, sind alle
digital-tauglich und haben ein integriertes Digital-Empfangsgerät.
)))
Wie kann ich mein regionales Fernsehprogramm wieder empfangen?
Baden TV, L-TV, Regio TV Bodensee, Regio TV Stuttgart, Regio TV
Schwaben, RNF und RTF1 Tübingen / Reutlingen sind weiterhin in digitaler
SD Qualität auf einem 24-Stunden-Programmplatz im Digital-TV zu sehen. Die
Programme von Baden TV, L-TV, Regio TV und RNF sind auch jeweils in
Ihrer Region auf den vorderen HD-Kanälen zu finden.
)))
Ist das Schweizer Fernsehen SF noch zu sehen ?
Das Schweizer Fernsehen mit seinen Programmen SF 1 und SF 2 verschwindet
im Zuge der Reduzierung der analogen Kabelkanäle aus dem analogen Angebot
von Unitymedia. Beide Sender sind aber wie bisher im grenznahen Gebiet zur
Schweiz im digitalen Kabel zu empfangen. Einer Einspeisung ins landesweite
digitale Kabelnetz hat nach Aussagen von Unitymedia der Schweizer Rundfunk
nicht zugestimmt.
)))
Was passiert mit dem ORF?
Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Verpflichtung für Unitymedia, den ORF
ins Kabel einzuspeisen. Mit dem Ende des analogen Kabelempfanges wird auch
der ORF laut Unitymedia aus dem Netz verschwinden. Auch digital wird es
keinen ORF mehr geben. Ausnahme sind die grenznahen
Kabelverbreitungsgebiete (Overspill-Gebiete), hier wird noch der ORF E digital
verbreitet, nicht aber ORF 1 und ORF 2 . Das hängt mit lizenzrechtlichen
Gründen zusammen. Der ORF und auch das Schweizer Fernsehen
haben Fernsehrechte nur für ihre Heimatländer und nicht für Deutschland
erworben.
)))
Warum ist analoges Fernsehen europaweit ein Auslaufmodell?
Entscheidend ist die im Vergleich zur digitalen Verbreitung wesentlich
schlechtere Bildqualität von Analog-TV. Dazu ist die Verbreitung sowohl für
den TV-Sender wie auch für den jeweiligen Plattformbetreiber viel teurer.
Darum wurde in der Vergangenheit bereits das analoge Antennenfernsehen
abgeschaltet und auch der analoge Satellit. Mit dem Ende des analogen Kabels
verschwindet auch der letzte analoge TV-Verbreitungsweg. In Baden-
Württemberg sehen noch 100.000 Kabelhaushalte analoges Kabelfernsehen.
)))
Habe ich ein Recht auf analoges Fernsehen?
Es gibt kein Recht auf eine bestimmte TV-Übertragungsform. Bereits in der
Vergangenheit wurden auch die analoge Satellitenübertragung und auch das
Antennenfernsehen abgeschaltet.
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Ist das Radio-Angebot im Kabel auch von der Abschaltung betroffen?
Laut Unitymedia soll auch nach 2017 weiterhin analoges Radio über das Kabel
verbreitet werden.
)))
Wie kann ich erfahren, welche Programme bei mir digital zu sehen sind?
Unitymedia unter:
https://www5.unitymedia.de/hilfe_service/aktuelles_anderungen/programmuebersicht/

Eine Programmabfrage, welche Programme am jeweiligen Wohnort analog und
digital angeboten werden




Foto Unterschrift:
(v.l.) Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien
Nordrhein-Westfalen (LfM), Lutz Schüler, CEO Unitymedia, Joachim Becker,
Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue
Medien (LPR Hessen), Christian Hindennach, Senior Vice President
Consumer bei Unitymedia und Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der
Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) drücken auf der
Fachmesse ANGA Com auf den Startknopf. (Copyright: Unitymedia)


Ihr Ansprechpartner
für alle journalistischen Fragen

Axel Dürr, Pressesprecher

Telefon: 0711 / 66 99 1 - 74
Email: a.duerr@lfk.de