Nr.: 24/10
Datum: 22.12.2010
Baden-Württemberger nutzen zunehmend Digital-TV
Stuttgart, 22.12.2010 - Bei der Digitalisierung des Kabels und des Satelliten belegt auch im Jahr 2010 Baden-Württemberg wieder Spitzenplätze und liegt bei den
Übertragungswegen deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Das geht aus den regionalisierten Zahlen des Digitalisierungsberichtes hervor, die jetzt von der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) in Stuttgart präsentiert wurden.
Kabel holt bei Digitalisierung auf
Während im Bundesdurchschnitt mittlerweile 37,8 Prozent der Kabelhaushalte
digitales Fernsehen nutzen, sind es in Baden-Württemberg 43,6 Prozent. Damit
nimmt die Digitalisierung des Kabels im Südwesten weiter an Fahrt auf. „Das hängt
sicher mit dem von Kabel BW gut ausgebauten Kabelnetz zusammen. Gerade aber
auch die neuen Flachbildschirme, die in der Regel bereits ein Empfangsteil für
Digitalfernsehen integriert haben, ermöglichen einen einfachen und
benutzerfreundlichen Ausstieg aus der analogen Welt“, erläutert LFK-Präsident
Thomas Langheinrich.
Fachhandel muss analoge Geräte aus den Regalen nehmen
Auch die digitale Satellitennutzung hat im Südwesten zugelegt und liegt mit 85,4
Prozent klar über dem Durchschnitt in Deutschland (79,1 Prozent). Bis zum Ende des analogen Satellitenfernsehens am 30. März 2012 gilt es die etwa 300.000 Satelliten-Haushalte mit analogen Empfangsgeräten dazu zu bewegen, auf Digitalfernsehen umzurüsten. „Ansonsten haben sie in 16 Monaten nur noch einen schwarzen Bildschirm. Die Videotexttafel 198 etwa bei ARD, ZDF, RTL oder Sat.1 informiert über den Umstieg.
Unverständnis äußerte Langheinrich darüber, dass es immer noch Fachmärkte gebe,
die ihren Kunden analoge Sat-Receiver anböten. „Diese Geräte sind in wenigen
Monaten nur noch Elektroschrott. Hier wird die Unkenntnis einiger Verbraucher
ausgenutzt, um Ladenhüter kurz vor knapp noch an den Mann zu bringen“. Darum
appellierte Langheinrich an den Handel, im Sinne der Verbraucher die alten Geräte
aus den Regalen zu nehmen.
DVB-T spielt geringe Rolle
DVB-T hat in Baden-Württemberg zwar leicht zugelegt, spielt aber mit 7,1 Prozent
nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle (Bundesdurchschnitt 11,1 Prozent), da
aus Kostengründen mit Ausnahme von Stuttgart in Baden-Württemberg kein privater Fernsehsender sein Programm digital über Antenne ausstrahlt. Fernsehen, das über Internet-Plattformen angeboten wird (DSL-TV), konnte seinen Anteil im Südwesten im Jahr 2010 zwar verdoppeln, hat aber mit 2,4 Prozent der Haushalte noch wenig Relevanz.
DAB-Neustart auch im Südwesten
Sollte der neue digitale Radio-Standard DAB Plus bundesweit an den Start gehen,
kündigte Langheinrich für das nächste Jahr eine Ausschreibung auch für Baden-
Württemberg an. „Ob nun UKW oder neuer digitaler Standard – zur Verbreitung von
Radio über Antenne an ein Massenpublikum (Broadcast) gibt es keine Alternative.
Wer bei Verbreitung von digitalem Radio in Zukunft allein auf das Internet setzt,
riskiert, dass das Netz auf Grund der hohen Datenmengen kollabiert.“
Baden-Württembergische Regionalsender bieten publizistischen Mehrwert
Lob gab es vom LFK-Präsidenten für die Entwicklung des regionalen Fernsehens in
Baden-Württemberg. So bescheinigt eine Studie der TU Dresden, in der mehrere
Medien in Sachsen mit Regio TV Stuttgart verglichen wurden, dem Stuttgarter
Sender unter anderem Bestnoten in der Aktualität, in der Vielfalt der
Berichterstattung und in der journalistischen Kompetenz. Auch der Mannheimer
Sender Rhein Neckar Fernsehen (RNF) konnte in der bundesweiten Studie des
Kölner Institutes für Medienforschung punkten. Die Wissenschaftler attestierten
RNF den größten Umfang an Wirtschaftsinformationen aller Regionalfenster in
Deutschland. Zudem ist der Ballungsraumsender Spitzenreiter bei der
Kulturberichterstattung.
Die Präsentation finden Sie unter:
http://lfk.de/fileadmin/media/pdf/Digitalisierung.pdf
