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Axel Dürr, Pressesprecher

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Nr.: 11/07

Datum: 30.04.2007

Digitalisierung der Rundfunkübertragungswege:

Chancen für attraktive neue Angebote


Stuttgart, 30. April 2007 - "Deutschland hat auf der internationalen Wellenkonferenz eine erhebliche digitale Übertragungskapazität für den Rundfunk dazu gewonnen. Die Kapazitäten werden in den nächsten Jahren um das Sechsfache wachsen", sagte der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation bei der Jahrestagung der baden-württembergischen Zeitungsverleger in Esslingen am 27. April 2007. Unter dem Thema Digitalisierung des Rundfunks - Chancen für Zeitungsverlage? stellte Langheinrich aktuelle Entwicklungen bei der Digitalisierung der terrestrischen Übertragungswege von Fernsehen und Rundfunk dar. Analoge Formen der Rundfunkverbreitung verlieren jetzt insbesondere im Fernsehen an Bedeutung. Aber auch im Radio wird die durch das UKW-Band gewohnte Frequenzknappheit der Vergangenheit angehören.

 

Allein durch die Digitalisierung der Verbreitung von vier herkömmlichen analogen bisher über Antenne empfangbaren Fernsehprogramme ergibt sich eine gewaltige sogenannte digitale Dividende. Die technisch zusätzlich in den nächsten Jahren erreichbare Übertragungskapazität könnte dem Angebot von 24 Fernsehprogrammplätzen, 96 sogenannten Handy-TV-Programmplätzen oder 2700 Hörfunkprogramm-Äquivalenten entsprechen.

 

Zunächst stehe diese digitale Dividende jedoch nur auf dem Papier. Digitaler Rundfunk braucht neue Geschäftsmodelle und neue Angebote um von der rein technisch denkbaren Kapazität zu einem marktfähigen und finanzierbaren Produkt zu werden. Der Schlüssel zur Marktdurchdringung und zum Erfolg digitalen Rundfunks liege in einem für den Konsumenten erschwinglichen Angebot digitaler Empfangsgeräte und attraktiven vielfältigen Programmen. Hier liege auch die Chance für Zeitungsverlage. Sie seien über ihre Radiobeteiligungen schon bisher Garanten eines mittelständisch geprägten Rundfunksangebots in Baden-Württemberg gewesen. Die neuen digitalen Übertragungsmöglichkeiten würden allerdings auch neuen Wettbewerb eröffnen. Wer den Markt nicht externen Branchenfremden überlassen wolle, müsse aktive Strategien entwickeln.

 

Lokale und regionale Angebote in Rundfunkdiensten sollten auch in Zukunft den Zuschauern und Zuhörern in Baden-Württemberg zur Verfügung stehen. Dafür müssten die medienrechtlichen Rahmenbedingungen fortentwickelt werden. Langheinrich verwies auf die Notwendigkeit eines intensiven Dialogs über die neuen Möglichkeiten. Das Hörfunkkonzept der deutschen Landesmedienanstalten versuche diese Diskussion gerade anzustoßen. Die laufenden Projekte zur Handy-TV-Übertragung in der Technik DMB und in der Technik DVB-H seien ebenfalls darauf ausgerichtet, neue Erkenntnisse zu gewinnen und die Beteiligten zusammen zu bringen.

 

Abschließend betonte Langheinrich, dass die Radioübertragung mit UKW auf absehbare Zeit nicht abgeschaltet werde. 320 Millionen UKW-Radioempfänger würden auch in den nächsten Jahren kein Elektronikschrott.