Nr.: 33/09
Datum: 22.12.2009
Jahresrückblick Privatfunk Baden-Württemberg: Baden-Württemberg bei Digitalisierung vorn
Stuttgart, 22.12.2009 - Im Jahr 2009 hat der Südwesten im deutschlandweiten Vergleich in der Digitalisierung bei Kabel und Satellit kräftig zugelegt und liegt bei den Übertragungswegen zum Teil deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Das geht aus den regionalisierten Zahlen des Digitalisierungsberichtes hervor, die jetzt von der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) präsentiert wurden.
Digitalisierung von Kabel und Satellit über Bundestrend
Vor allem das Kabel hat einen Sprung nach vorne gemacht. Nutzten im vergangenen Jahr nur 21,6 Prozent der Haushalte in Baden-Württemberg ihren digitalen Kabelanschluss, so waren es in diesem Jahr 36,1 Prozent. Damit gehört der Südwesten zu den Bundesländern mit der höchsten Digitalisierungsdichte im Kabel. Aber auch der digitale Satellit liegt mit 79,2 Prozent über den Werten im Bund. „Nachdem die Abschaltung des analogen Satelliten Ende April 2012 erfolgen soll, ist zu erwarten, dass es auch im Kabel zu einer Steigerung des Digitalanteils kommen wird“, kommentiert LFK-Präsident Thomas Langheinrich die Zahlen. DVB-T spielt in Baden-Württemberg mit 6,2 Prozent bislang nur eine untergeordnete Rolle.
Mit der Digitalisierung bekommen die Zuschauer mehr Programme in besserer Qualität. Die Nutzung von zusätzlichen Diensten wie elektronischen Programmführern, Video on Demand und HDTV ist überhaupt nur in der digitalen Welt möglich.
Neuer „Must-Carry“-Sender L-TV
Seit dem Jahr 2000 hat sich die Anzahl der Fernsehangebote im Südwesten verdreifacht, mit 24 lokalen und regionalen Fernsehsendern liegt Baden-Württemberg gemeinsam mit Bayern und Sachsen an der Spitze bei der lokalen und regionale Berichterstattung. Davon sind sieben TV-Veranstalter mit der regionalen Versorgung ausgewiesener Sendegebiete beauftragt (Must-Carry-Sender). Neben einer finanziellen Förderung durch die LFK ist mit dem Status auch eine bevorzugte Einspeisung ins Kabel verbunden. Ab 2010 wird es mit L-TV für die Region Franken einen weiteren Sender mit einem solchen Sonderstatus geben. Vorstand und Medienrat haben jetzt dem Bewerber der L-TV GmbH den Zuschlag gegeben.
LFK stützt von Krise betroffene Sender
Allerdings hat die Wirtschaftskrise alle lokalen und regionalen Fernsehsender vom
Bodensee bis zum Odenwald im Griff, denn einem Gesamtertrag von 12,9 Mio. Euro
stand im Jahr 2008 ein Gesamtaufwand von 14,9 Mio. Euro entgegen. Das belegen
die aktuellen Zahlen der Goldmedia und TNS Infratest Studie zur wirtschaftlichen
Entwicklung von Radio und Fernsehen in Baden-Württemberg. Diese Erhebung wird
seit vielen Jahren regelmäßig von den Landesmedienanstalten durchgeführt.
Die LFK fördert die Verbreitungskosten der Regionalsender über Kabel und Satellit
mit jährlich rund 1,7 Mio. Euro. „Auf Grund der sich abzeichnenden wirtschaftlichen
Entwicklung kommt dieser Förderung eine besondere Bedeutung zu. Sie soll auch
sicherstellen dass alle Zuschauer in Baden-Württemberg regionales Fernsehen empfangen können. Zudem sind die Sender mit einer regionalen Gesamtversorgung für die Werbewirtschaft attraktiver“, erläutert LFK-Präsident Thomas Langheinrich.
„Nichtsdestotrotz bleibt die wirtschaftliche Lage der privaten Sender schwierig“.
Besser sieht es bei den landesweiten und regionalen Radios im Südwesten aus.
Sie sind mit einem Kostendeckungsgrad von 120 Prozent klar profitabel. Geringere
Einnahmen wurden mit Kostensenkungen kompensiert – allerdings nicht zu Lasten
der Mitarbeiterzahlen. Im Vergleich zum bundesweiten Trend wurde hier sogar mehr Geld investiert, so die Studie.
Positive Einschätzung der wirtschaftlichen Situation für 2010
Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage sieht der private Rundfunk im Südwesten bereits für das Jahr 2010 wieder positivere Zeiten kommen. Sowohl die Mehrheit der Fernseh- wie auch die Radioveranstalter glaubt bereits im nächsten Jahr an eine wirtschaftliche Erholung der bundesdeutschen Wirtschaft und ist damit weitaus optimistischer als die Kollegen im Bundesdurchschnitt.
Hier geht es zur Präsentation Digitalisierungsbericht 2009.
