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Axel Dürr, Pressesprecher

Telefon: 0711 / 66 99 1 - 74
Email: a.duerr@lfk.de

Nr.: 01/08

Datum: 04.02.2008

LFK fordert mehr Sensibilität für Jugendmedienschutz von RTL

Zusammenbruch eines 17-jährigen bei DSDS hunderttausendfach im Internet


Stuttgart, 04. Februar 2008 - Nach einem Zusammenbruch eines 17 jährigen Kandidaten vor laufenden Kameras in der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) wird von den Landesmedienanstalten geprüft, ob damit ein Verstoß gegen die Jugendschutzregelungen vorliegt. Auf Grund der aktuellen Vorkommnisse ist die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) bereits vergangene Woche tätig geworden und hat ein offizielles Prüfverfahren gegen RTL eröffnet.

 

Sollte eine Verfehlung festgestellt werden, droht RTL ein empfindliches Bußgeld. „Ich erwarte vom Marktführer in der jugendlichen Zielgruppe Sensibilität und Verantwortung“, so Thomas Langheinrich. Präsident der Landesanstalt für Kommunikation. „Die Macher von RTL müssen sich die Frage stellen, wie weit sie auf der Jagd nach Quoten gehen wollen.“ Damit reagiert Thomas Langheinrich auf einen offenen Brief des baden-württembergischen Landtags-Abgeordneten der Grünen, Jürgen Walter, der die Landesmedienanstalt zum Einschreiten aufgefordert hat. „Die Landesmedienanstalten nehmen ihre Verantwortung in punkto Jugendmedienschutz ernst“, erklärt der LFK-Präsident.

 

Neben der Frage, ob solche Szenen im TV gezeigt werden dürfen, gibt es für Thomas Langheinrich auch das Problem, dass der diskutierte Ausschnitt bereits auf vielen einschlägigen Videoportalen zu sehen ist und hunderttausendfach heruntergeladen wird. So droht eine massive Verbreitung mit erheblichen Folgen für den Jugendlichen. „RTL könnte seine Verantwortung für das Wohl und die Zukunft des Jungen zeigen, indem der Sender umgehend die diskutierte Szene aus seinem Programm nimmt und von den Portalen entfernen lässt“.