Nr.: 14/06
Datum: 09.05.2006
LFK-Medienpreise 2006 verliehen
Stuttgart, 09. Mai 2006 - Vor über 1000 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Medien wurden am Montagabend in Anwesenheit von Ministerpräsident Günther H. Oettinger im Apollo-Theater im SI-Centrum in Stuttgart zum 15. Mal die begehrten LFK-Medienpreise für die besten Radio- und Fernsehbeiträge im baden-württembergischen Privatfunk vergeben. "Unser Preis soll Ansporn sein für herausragende journalistische Leistungen im privaten Rundfunk und besonders auch jungen Talenten eine Bestätigung für gute Arbeit geben", sagte LFK-Präsident Thomas Langheinrich.
Der bekannte ZDF Moderator Ingo Nommsen führte wie in den letzten drei Jahren gekonnt durch den Abend. Alfons, der Reporter mit dem Puschelmikro, französischem Akzent und der Trainingsjacke, bekannt von "Verstehen Sie Spaß", überraschte filmerisch mit einer Umfrage zum Thema "neue Medien" in Mannheim und faszinierte auch mit seinem Live-Auftritt das Publikum.
Begeisterung im Publikum löste der Stuttgarter Sänger Ciaan aus, der an diesem Abend, in Begleitung der Uwe Schenk-Band, exklusiv zwei Songs aus seinem im Sommer erscheinenden Album "Alles was du willst" präsentierte. Der zweite Song war ein besonderes Highlight: ein Duett mit Cassandra Steen, die mit der Band Glashaus bekannt wurde.
Die Jury vergab in diesem Jahr zehn Hörfunk- und Fernsehpreise im Gesamtwert von 27.000 €. Alle preisgekrönten Beiträge und die Jurybegründungen können auf der Internet-Seite www.lfk-medienpreis.de abgerufen werden.
Hörfunk - fünf Preise
Den Preis in der Kategorie "Information" gewann Stefanie Müller von DONAU 3 FM für ihren Beitrag "Scholl-Schwester in Ulm". Aus Anlass der Filmpremiere und exakt am Jahrestag der Ermordung der Geschwister Scholl gelang der Redakteurin mit dem Interview der Schwester von Hans und Sophie Scholl in der ehemaligen gemeinsamen Wohnung der Familie ein durch seine Authentizität in besonderem Maße eindrucksvoller Beitrag.
Der Jugendradiogruppe "airmail" (Böblingen) der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e.V. ist mit ihrem Beitrag "Chart Crime - Verbrechen an der Musik" eine sehr ansprechende, informative und gleichzeitig unterhaltende Musik-Informations-Serie gelungen. Mit ausgesprochen gut ausgesuchten musikalischen Beweisen wurde dargestellt, wie mit Ideen anderer versucht wird, im Musik-Business in die Charts zu kommen. Für den unterhaltenden Beitrag erhielt die Jugendradiogruppe den Medienpreis in der Kategorie "Unterhaltung".
Die Jugendradiogruppe "airmail" war bis Ende 2005 ein Projekt im Rahmen der Radio- und Multimediaarbeit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ), die von der Stiftung Medienkompetenz Forum Südwest gefördert wurde.
Eine Baumaßnahme direkt vor der Haustüre des Studios nutzte der Stuttgarter Lokalveranstalter DIE NEUE 107.7 für eine regionale Radiopromotion, die Charity und Eigenwerbung für den Sender äußerst wirksam miteinander verknüpfte. Durch die Einbindung der Stadt erlangte die Aktion "Königstraße für Euro 2,50" und damit auch der Hörfunksender eine sehr hohe Aufmerksamkeit in der Region. Die Preise in der Kategorie "Promotion" übergab die Bürgermeisterin der Stadt Stuttgart Frau Dr. Susanne Eisenmann an die Redakteure Tobias Hena, Danny Moore, Barbara Müller und Martin Pfeffer.
Thomas Ultsch von RADIO 7 wurde für seinen Beitrag "Der eiserne Rechtschreibevorhang" in der Kategorie "Volontäre" ausgezeichnet. Dem Autor gelang mit dieser nicht alltäglichen Glosse ein ungewöhnlich amüsanter Ansatz zum Dauerbrenner-Thema Rechtschreibreform.
"Die Schicksalssinfonie - Entscheidung unter Flutlicht" begeisterte die Jury durch seine Originalität, Kreativität und professionelle Umsetzung. Ein jedermann bekanntes klassisches Musikstück wurde in ein actiongeladenes Fußballspiel verwandelt und bis ins Detail die Fußballwelt mit der Musiksprache verwoben. Es entstand ein amüsantes Meisterwerk und einmaliges Hörerlebnis. Für diesen in der Kategorie "Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen" eingereichten Beitrag wurde Jochen Hubmacher vom LernRadio der Musikhochschule in Karlsruhe mit dem Medienpreis ausgezeichnet.
Aus Sicht der Jury ist dieser Beitrag der Gesamtsieger des Wettbewerbs.
Fernsehen - fünf Preise
Gleich zwei Gewinner gab es in der Kategorie "Information".
Die Berichterstattung von R.TV Stuttgart zur Bundestagswahl 2005 in der Region Stuttgart bestach durch ihre Professionalität und aktuelle Umsetzung. Mit einer Vielzahl von Einzeldaten wurden dem Zuschauer in der Region umfassende Informationen aus allen fünf Landkreisen des Sendegebietes verständlich und überschaubar aufbereitet angeboten. Marcel Kehrer, Daniel Schunn und Daniel Strienz von RTF.1 erhielten den Medienpreis für den Beitrag "Obdachloser zieht ins Hexenhäusle". Ein regionales sozialpolitisches Thema wurde in vorbildlicher Weise aufbereitet und dargeboten und zeigt, wie durch das ehrenamtliche Engagement vieler Helfer einem Obdachlosen ein neues Zuhause gegeben werden konnte.
Die Autorin Jutta Sauerburger begleitete zusammen mit dem Kameramann Simon Kraus von R.TV Karlsruhe die Videogruppe der Stadtjugendhilfe Gernsbach bei ihrem Filmprojekt "Mord im Murgtal". Es entstand eine Langzeitreportage einer engagierten Laienfilmgruppe, von den Dreharbeiten bis zur Premiere des Films. Für diesen Beitrag erhielten beide den Medienpreis in der Kategorie "Unterhaltung".
Dan Lachozwianski vom Rhein-Neckar Fernsehen in Mannheim wurde mit dem Medienpreis in der Kategorie "Promotion" für seinen Beitrag "Testimonials Metropolregion Rhein Neckar" ausgezeichnet. Sympathisch, glaubhaft und sehr professionell wird hier die Metropolregion Rhein-Neckar in Szene gesetzt. Aus Sicht der Jury ein vorbildlicher Promotionsbeitrag im Regionalfernsehen.
In der erstmals ausgeschriebenen Kategorie "Videojournalist" überzeugte die Jury der von Matthias Bauersachs von R.TV Böblingen eingereichte Beitrag "Phishing - Vorsicht Internetbetrüger". Das bundesweit aktuelle Thema und die Problematik wurden durch regionale Protagonisten für den Zuschauer in der Region in sein Nahfeld geholt.
Ministerpräsident Günther H. Oettinger überreichte den erstmals vergebenen Innovationspreis der Jury an bigFM. Der baden-württembergische Jugendsender hat mit dem Handyangebot "visual radio" Neuland beschritten. BigFM ist es damit gelungen, sein Radioprogramm zusätzlich auf eine neue mobile Plattform zu bringen, die gerade bei der eigenen jugendlichen Zielgruppe intensiv genutzt wird. Mit dieser Innovation öffnet der Sender bigFM dem Radio neue Türen für die Fortentwicklung des Mediums in der digitalen Zukunft.
Die Publikumspreise gingen in diesem Jahr an das Institut LernRadio in Karlsruhe und an R.TV Karlsruhe. Ausgezeichnet wurden Jochen Hubmacher für den Beitrag "Die Schicksalssinfonie - Entscheidung unter Flutlicht " sowie Jutta Sauerburger und Simon Kraus für den Beitrag "Mord im Murgtal".
Die Jurymitglieder
Stephan Braun MdL (Medienrat der LFK), Rainer M. Cabanis (coram publico, Hamburg), Mel Camelly (camelly & eggensperger, Hamburg) Alice Häuser (ah-tv Film- und Fernsehproduktion, Köln), Arno Müller (Programmdirektor 104,6 RTL, Berlin), Ina Rumpf (Medienberatung, Köln), Professor Dr. Peter Schiwy (Rechtsanwalt, Berlin), Jochen Trus (Programmleiter Spreeradio, Berlin) und Ulrike Wolf (Direktorin des Landesfunkhauses Sachsen, MDR in Dresden).
