Nr.: 05/06
Datum: 07.03.2006
"Mobiles Fernsehen Deutschland" erhält DMB-Kapazitäten für Handy-TV in Baden-Württemberg
Stuttgart, 07. März 2006 - Der Vorstand der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg hat in seiner gestrigen Sitzung dem Unternehmen "Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH" (MFD) Übertragungskapazitäten für den Betrieb einer Programm-Plattform im DMB-Standard zugewiesen. Digital-Multimedia-Broadcasting (DMB) ist ein international standardisiertes Übertragungsverfahren, welches Rundfunkdienste (Fernsehen, Hörfunk und Mediendienste) auf dem Handy ermöglicht.
Mit der Entscheidung folgt der LFK-Vorstand der Empfehlung der Gemeinsamen Stelle Programm, Werbung und Medienkompetenz der Landesmedienanstalten (GSPWM) vom 20.02.2006. Die Kapazitätszuweisung basiert auf einem länderübergreifend abgestimmten Ausschreibungsverfahren, bei dem sich alle beteiligten Landesmedienanstalten an den von ihrer Direktorenkonferenz im Herbst 2005 hierzu beschlossenen inhaltlichen Eckpunkten orientiert haben.
"Damit werden erstmals in der Geschichte des privaten Rundfunks länderübergreifende terrestrische Rundfunkkapazitäten vergeben! Das länderübergreifende Verfahren kann auch zeigen, dass die Landesmedienanstalten und der Rundfunkföderalismus in diesem innovativen Umfeld zu schnellen abgestimmten Entscheidungen kommen können", kommentierte LFK-Präsident Langheinrich die Entscheidung nach der Sitzung.
Die DMB-Kapazitäten wurden der MFD für acht Jahre zugewiesen, um in dem Versuchsprojekt insbesondere die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit sowie die Nutzerakzeptanz von "Handy-TV" zu erproben. Gesellschafter der MFD sind die Ammax Verwaltungs GmbH, Hamburg, die Grazia Equity GmbH, Stuttgart, Henrik Rinnert, die J² Verwaltungs GmbH, Maintal sowie die Catharina Verwaltungs GmbH, Köln.
Es sind bis zu vier Fernseh- und zwei Hörfunk-Kanäle geplant. Neben dem Nachrichtenprogramm von N24 soll in Kooperation mit der ProSiebenSat.1 Media AG ein Comedy- und Entertainmentangebot sowie mit zugelieferten Programmteilen von MTV ein Musikangebot für die junge Generation verbreitet werden. Auf einem weiteren Kanal soll das ZDF-Programm angeboten werden. Das Hörfunkangebot der MFD besteht aus dem mit visuellen Elementen versehenen und bundesweit ausgerichteten Programm "BigFM2see", das u.a. Comedy, bundesweite Serviceelemente und Weltnachrichten sowie Musik aus den Genres Pop, Rock, Black beinhaltet. Auf einem weiteren Kanal soll ggf. das wortgetragene Programm "Regiocast Digital" mit Beiträgen zu sportlichen und kulturellen Großereignissen, tagesaktuellen Informationen, Nachrichten und Serviceelementen angeboten werden. Neben diesen zum Teil spezifisch auf die mobile Nutzung ausgerichteten Inhalten sind über die vorgesehenen DMB-Endgeräte zusätzlich alle über DAB (Digital Audio Broadcasting) verbreiteten Radioprogramme empfangbar (vgl. dazu: www.digitalradio-suedwest.de).
Für Baden-Württemberg sind mit der Zuweisungsentscheidung der LFK die rechtlichen Voraussetzungen für eine baldige Einführung von "Handy-TV" im DMB-Standard geschaffen. Die MFD plant den Sendestart in Stuttgart und anderen WM-Spielorten bereits zur Fußball-WM 2006.
