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Axel Dürr, Pressesprecher

Telefon: 0711 / 66 99 1 - 74
Email: a.duerr@lfk.de

Nr.: 25/08

Datum: 23.10.2008

Noch viele Fragen offen

LFK-Workshop lotet Wege zum digitalen UKW aus


Stuttgart, 23. Oktober 2008 - Der digitale Radiostandard HD-Radio kann in Zukunft für Hörfunkveranstalter eine effektive Verbreitungsmöglichkeit sein, allerdings ist diese Technik keine Stand-Alone-Lösung, sondern muss durch weitere digitale Verbreitungswege ergänzt werden. So ist HD Radio auf Grund der schwierigen Frequenzsituation nicht für alle Veranstalter nutzbar. Das ist das Ergebnis eines Workshops der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), an dem über 70 Fachleute aus dem Radiobereich teilnahmen.

Gregor Spachmann, Geschäftsführer von Radio Regenbogen, wies darauf hin, dass die Risiken bei der Einführung des digitalen Radios bislang allein bei den Veranstaltern liegen. „Nach dem Scheitern von DAB-alt, DMB und dem Boxenstopp von DVB-H ist die Zuversicht über einen erfolgreichen Neustart von Digitalradio etwas gewichen“, so Spachmann. Dennoch biete digitales Radio große Chancen für die Veranstalter. Am Beispiel des laufenden Versuchs von Radio Regenbogen und LFK mit HD Radio in Heidelberg skizzierte er die Vorteile. So bliebe das Geschäftsmodell UKW erhalten und werde um ein digitales Programmangebot erweitert. Dazu müssten bei moderaten Kosten die Radioveranstalter nicht zu Plattformbetreibern werden. Auch entsprechende Empfangsgeräte seien kostengünstig millionenfach in den USA verkauft. Sein Fazit: „HD Radio ist eine interessante Ergänzung, allerdings müssen noch einige Fragen geklärt werden, denn die neue Digitalnorm verletzt internationale Richtlinien“.

Darauf wies auch Walter Berner, technischer Leiter der LFK, hin. Aufgrund der Störungen, die HD Radio verursache, müsse international frequenztechnisch nachgebessert werden. Allerdings seien die Störungen „subjektiv geringer, als die Messergebnisse erwarten ließen“. Berner machte klar, dass nicht jeder Sender auch HD-tauglich sei. Darum könne auch nicht jeder Radioveranstalter HD-Radio nutzen. „Das spricht nicht unbedingt für eine einfache Vermarktungssituation in Deutschland“.

Für Sebastian Artymiak, Referent Medientechnologie des VPRT, hat HD Radio auch den Vorteil, dass bislang freie Frequenzkapazität genutzt werden könne. Er verdeutlichte aber auch, dass noch nicht feststehe, wie weit das bisherige Overspill-Gebiet der Radioveranstalter durch die bessere technische Ausnutzung schrumpfen könnte. „Overspill ist für die Veranstalter nach wie vor wichtig“, so Artymiak.

Aus der Praxis berichtete Paul Brenner, Präsident des Broadcaster Traffic Consortium (BTC), der via HD in den USA zahlreiche Applikationen für die stationäre und mobile Nutzung anbietet. Neben dem eigentlichen Radiosignal werden hier zusätzliche Informationen wie Straßenkarten mit integrierten Staumeldungen oder Wetterservice übertragen. Die Nutzer erhalten darüberhinaus digitale Gutscheine und Angebote von Geschäften in der Nähe. Finanziert werden die Dienste zum Teil über Abogebühren.

Der Präsident der LFK, Thomas Langheinrich bilanzierte . “Ein Neustart von Digitalradio kann nur gemeinsam mit den Veranstaltern und dem Markt erfolgen. Als Kompetenzcenter begleitet die LFK die Marktteilnehmer auf dem Weg und liefert technischen Input. Die Entwicklung von Geschäftsmodellen für die digitale Welt ist eine Herausforderung für alle Veranstalter“.