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Email: a.duerr@lfk.de

Nr.: 12/10

Datum: 04.05.2010

Stuttgarter Medienkongress diskutiert die Welt der „Digital Natives“

Minister Rau: „Neue Medien bieten viele Chancen, verlangen aber auch ein hohes Maß an Verantwortung“


Stuttgart, 3. Mai 2010 - Die „Digital Natives“ – also die Generation, die von Kindesbeinen an mit Internet und Mobiltelefon aufgewachsen ist – standen im
Mittelpunkt des ersten Stuttgarter Medienkongresses im voll besetzten
LBBW-Forum am Hauptbahnhof. Medienpraktiker, Wissenschaftler, Schüler und Studierende diskutierten mit den mehr als 200 Teilnehmern die Frage: Was will die Generation Internet wirklich? Die Veranstaltung wurde gemeinsam organisiert und durchgeführt von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart.

Am Vormittag hatte der baden-württembergische Medienminister, Helmut Rau, als Schirmherr des Stuttgarter Medienkongresses die Veranstaltung und

damit auch die Woche des Kreativraums Stuttgart eröffnet. Rau betonte in
seiner Rede, dass die neuen Medien eine Vielzahl von Chancen für neue Geschäftsmodelle böten. Allerdings werde insbesondere von Anbietern, die sich an überwiegend jugendliche Zielgruppen wenden, auch ein hohes Maß an Verantwortung etwa im Hinblick auf die Einhaltung der Vorgaben des Verbraucher- und Jugendschutzes erwartet. Im Zusammenhang mit der Landesinitiative „Kindermedienland Baden-Württemberg“, die die Medienkompetenz junger Menschen stärken will, wies der Minister aber auch darauf hin, dass der verantwortungsvolle Umgang mit sozialen Netzwerken erst erlernt werden müsse. „Wir müssen dabei auch die Medienkompetenz von Eltern, Lehrern und Erziehungsverantwortlichen stärken, damit sie den Medienkonsum ihrer Kinder gezielt steuern und begleiten können.“

Thomas Langheinrich, Präsident der LFK, betonte: „Die Plattformen und sozialen Netzwerke sind eine neue Macht in der Medienwelt. Das erfordert von allen Seiten Sorgfalt und Aufmerksamkeit.“

Janos Burghardt, Geschäftsführer des Stuttgarter Jugendmedienverlags Yaez, sieht den Wandel der Medienwelt und die Konsequenz für etablierte Medienunternehmen pragmatisch: „Die klassischen Medien müssen auch in den sozialen Netzwerken stattfinden.“ Dem stimmte Philipp Haußmann, Sprecher des Vorstands der Ernst Klett AG, zu: Alle bisher bekannten Geschäftsmodelle in der Medienwelt stehen auf dem Prüfstand – und womöglich müsse man sich angesichts der sich rasant wandelnden Medientechnologie und Mediennutzung von der einen oder anderen klassischen Medienstrategie verabschieden.

Verena Wiedemann, Generealsekretärin der ARD, hob die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der neuen Medienwelt hervor: „Wir geben die notwendige Orientierung.“

Prof. Dr. Ewald Wessling schließlich zog ein optimistisches Fazit: „Die Digital Natives‘ sind die Generation, die am kompetentesten ist, die komplexen Probleme der Zukunft zu lösen.“

Das zeigte übrigens auch der „Stuttgarter Medienkongress“ selbst: Er wurde maßgeblich konzipiert und gestaltet von Studierenden der HdM und Teilnehmer des Qualifikationsprogramms Moderation der HdM (imo). Die Studenten-Teams kümmerten sich neben der Organisation auch um die inhaltliche Gestaltung des Kongresses – bis hin zur Produktion eines kurzen Films „Wussten Sie schon...? - Der Medienalltag der Generation Internet”.

Dr. Angela Frank, stellvertretende Präsidentin der LFK, und Prof. Dr.Boris Alexander Kühnle, Professor an der HdM, waren als Organisatoren und Veranstalter mit der Premiere des „Stuttgarter Medienkongresses“ jedenfalls zufrieden: „Wir wollten nicht nur über die ‚Digital Natives‘ sprechen, sondern vor allem auch mit ihnen. Das ist beim ‚Stuttgarter Medienkongress‘ rundum gelungen und wir freuen uns auf 2011!“