Nr.: 01/06
Datum: 02.01.2006
Vier Bewerbungen für länderübergreifendes Erprobungsprojekt mit mobilen Rundfunkdiensten ("Handy-TV") in Baden-Württemberg
Stuttgart, 02. Januar 2006 - Nach Ablauf der von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) in Stuttgart gesetzten Ausschreibungsfrist für ein länderübergreifendes Erprobungsprojekt mit mobilen Rundfunkdiensten ("Handy-TV") sind vier Bewerbungen eingegangen. Dies teilte der Präsident der Landesanstalt Thomas Langheinrich am Montag den 02.01.06 in Stuttgart mit. Die in Stuttgart eingereichten Anträge sind Teil eines von den Landesmedienanstalten geplanten länderübergreifenden Verfahrens mit dem möglichst bundesweit "Handy-TV" im sogenannten DMB-Standard möglich werden soll. "Die Unternehmen, die in diesem Feld investieren wollen, müssen innovative Konzepte in einem schwierigen Markt entwerfen. Für Euphorie ist es noch zu früh, aber die erste Durchsicht der Unterlagen zeigt, dass hier eine echte Chance für ein erfolgreiches Projekt für mobile Rundfunkdienste da ist", sagte Langheinrich. Bisher nicht genutzte Frequenzen im sogenannten L-Band stünden dafür fast bundesweit zur Verfügung.
Mit DMB könnte voraussichtlich noch 2006 ein Start für vier Fernseh- und zwei digitale bundesweite Hörfunkprogramme, die auf dem Handy empfangen werden können, gelingen. Die Technik soll es auch ermöglichen, alle bisher im digitalen DAB-Standard verbreiteten Hörfunkangebote ebenfalls zu empfangen.
Auf die Ausschreibung der LFK zur Vergabe von Übertragungskapazitäten für das länderübergreifende Erprobungsprojekt für mobile Rundfunkdienste ("Handy-TV") im sogenannten DMB-Standard haben sich folgende Antragsteller beworben:
- anixe TV GmbH & Co. KG, Mannheim
(Gesellschafter: Marion Lapidakis) - MFD Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH, Düsseldorf
(Gesellschafter: Ammax Verwaltungs GmbH, Grazia Equity GmbH, J² Verwaltungs GmbH, Catharina GmbH, Henrik Rinnert) - walk'n watch Gesellschaft für mobiles Fernsehen mbH, Grünwald
(Gesellschafter: Ralph Piller, Dr. Raimund König, Hock Capital Management GmbH, Dr. Petra Wibbe, Semi Verwaltung GmbH, Net mobile AG) - Western Star GmbH, Essen
(Gesellschafter: AEGIS Media (Deutschland) GmbH)
Über die terrestrischen digitalen Übertragungskapazitäten sollen mobile Rundfunkdienste im DMB-Standard erprobt werden. DMB steht für Digital Multimedia Broadcasting und ist ein international standardisiertes Übertragungsverfahren, welches Fernsehen, Hörfunk und Mediendienste auf mobilen Empfangsgeräten ermöglicht. Dabei wurde in der Ausschreibung ein "Plattformbetreiber" gesucht, der ca. drei bis vier Fernseh- und bis zu zwei Radio-Angebote zusammenstellt und zusammen mit Mobilfunkbetreibern anbietet. Voraussetzung dafür sind erhebliche Investitionen in ein bundesweit aufzubauendes Sendernetz. Die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM, vgl. auch www.ALM.de) hatte dazu gemeinsame Eckpunkte für die erforderlichen Vergabeverfahren beschlossen, die Eingang in die Ausschreibung der LFK gefunden haben. Es ist vorgesehen, dass die Ausschreibungen in den anderen Bundesländern in den nächsten Wochen ebenfalls abgeschlossen werden. Anschließend wollen die beteiligten Landesmedienanstalten in einem koordinierten Verfahren denjenigen Bewerber um den Plattformbetrieb als Projektteilnehmer auswählen, der am besten geeignet erscheint, zur Verwirklichung der in der Ausschreibung genannten Projektziele beizutragen.
Die in Korea bereits eingeführte DMB-Technik ist eine von derzeit zwei in der Diskussion befindlichen Übertragungstechniken für mobile Rundfunkdienste.
Neben DMB soll auch die sogenannte DVB-H Technik des mobilen Fernsehens erprobt werden.
