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Nr.: 10/17

Datum: 17.05.2017

YouTuber und Medienkompetenz im Fokus der LFK

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  • Vizepräsident des Landtages von Baden-Württemberg, Winfried Klenk: „Ohne eine unabhängige Medienaufsicht und Regulierung kann unsere Demokratie in Gefahr geraten“

  • LFK-Präsident Dr. Kreißig: " YouTuber haben auch eine Verantwortung, zum Beispiel für Transparenz in Sachen Werbung oder Jugendmedienschutz"

  • Neuer Vorstand der Landesmedienanstalt in Baden-Württemberg skizziert Arbeitsschwerpunkte


Stuttgart, 17.05. 2017. Eine sich dramatisch verändernde Medienwelt und die wichtige Funktion und Aufgabe der Landesmedienanstalt in Baden-Württemberg standen im Mittelpunkt des Empfanges des neuen Vorstandes der Landesanstalt für Kommunikation (LFK). Vor über hundert geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Hochschulen hoben die Redner die Bedeutung der LFK in einer digitalen Welt hervor.

Landesmedienanstalt Baden-Württemberg als ein Garant der Demokratie

„Ohne eine unabhängige Medienaufsicht und Regulierung kann unsere Demokratie in Gefahr geraten“, stellte der Vizepräsident des Landtages von Baden-Württemberg, Winfried Klenk, klar und lobte die langjährige Arbeit der Landesanstalt für Kommunikation. „Die LFK sorgt für Meinungsvielfalt und Medienpluralismus und hilft so, die Meinungs-, Rundfunk- und Pressefreiheit zu verteidigen“. Der Ausbau und die Förderung der medienpädagogischen Arbeit als einen der Schwerpunkte der LFK könne nicht hoch genug bewertet werden. Gerade vor dem Hintergrund von Fake News und Hass im Internet leiste die Landesmedienanstalt einen enorm wichtigen Beitrag auch für die Zukunftsfähigkeit des Gemeinwesens. Klenk sprach der LFK im Namen des Landtages darum große Anerkennung aus und hob die Arbeit des langjährigen Vorstandes unter dem ehemaligen Präsidenten Thomas Langheinrich und der Mitglieder des Medienrates hervor. „Mit Kompetenz und Leidenschaft leisten aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LFK einen wichtigen Dienst für unser demokratisches Gemeinwesen“. Mit Dr. Wolfgang Kreißig sei es nun wieder gelungen, einen exzellenten Fachmann für das Amt des Präsidenten zu finden. „Ich finde, der Landtag von Baden-Württemberg hat mit Ihnen eine sehr gute Wahl getroffen“, lobte Vizepräsident
Klenk.

LFK als wichtiger Partner bei der Medienkompetenz-Vermittlung

Die intensive Zusammenarbeit mit der LFK gerade auch bei Medienkompetenz-Projekten stellte der Geschäftsführer der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, Prof. Carl Bergengruen, in den Mittelpunkt. „Medienkompetenz ist wichtiger denn je. Die Nutzer müssen wissen, wie sie an die richtigen Informationen kommen“. Mit gemeinsamen Projekte werde ein bewussteres und aktives Medienverhalten gefördert. So bieten MFG und LFK etwa Workshops an, in denen junge Menschen selbst Filme produzieren und lernen, sich mit Medien auseinanderzusetzen. Für Bergengruen gewinnt aber auch ein weiteres Aufgabenfeld der baden-württembergischen Landesmedienanstalt an Bedeutung: „Die Kinder sind im Netz brutalen Programmen hilflos ausgesetzt. Hier sind wir froh, dass wir eine so aktive LFK haben, die gerade auch auf diesem Feld die Medienregulierung vorantreibt“.

Neue Aufgaben für die Landesmedienanstalt

Neue Technik, Geräte, Plattformen und Nutzungsmöglichkeiten erfordern immer mehr Fachwissen und Expertise auch von den Landesmedienanstalten. Der Vorsitzende des Medienrates, Dr. Wolfgang Epp, wies auf die immer komplexer werdenden Themen der LFK hin. So bestimmten Algorithmen, personalisierte Inhalte, Big Data, Fake News oder Schleichwerbung auf YouTube immer stärker auch die Agenda der Landesanstalt für Kommunikation. Sein Credo: Veränderung managen und als positives Element sehen, um sich weiter zu entwickeln. „Ich bin absolut davon überzeugt, dass diese Zeiten des Change Offenheit für das Neue brauchen, Kreativität, Augenmaß aber auch den Mut, Altes und vielleicht Liebgewordenes über Bord zu werfen“. Das seien zentrale Herausforderungen für Rundfunkveranstalter, Medienhäuser und die Landesanstalt für Kommunikation gleichermaßen, so der Vorsitzende des Medienrates.

Mediengesetze müssen auf den heutigen Stand gebracht werden

„Die privaten Radios befinden sich auf einer schiefen Ebene“. Dramatische Worte zur Situation des Hörfunks in der digitalen Medienwelt wählte Klaus Schunk. Der stellvertretende VPRT-Vorsitzende und Geschäftsführer von Radio Regenbogen beklagte neben dem Wettbewerbsvorteil des öffentlichrechtlichen
Rundfunks einen Perspektivwechsel in der Medienpolitik: Früher wurde die Technik nach dem Inhalt gestaltet, heute sei es umgekehrt, die Technik gebe für den Content die Rahmenbedingungen vor und das von der Netzstruktur bis zu den Endgeräten. Schunk kritisierte in diesem Zusammenhang auch, dass im Entwurf für das neue Telekommunikationsgesetz nur für höherwertige Empfangsgeräte in Zukunft ein fest im Gerät integrierter Chip zum digitalen Radio-Empfang vorgeschrieben werden soll, Smartphones und Tablet-PCs davon aber ausgenommen sind. „Als ob ein Smartphone kein Radio ist“, wunderte sich Schunk und mahnte einen runden Tisch an, der ergebnisoffen über eine Reform der Mediengesetze diskutieren und dann aber auch medienpolitische Entscheidungen nach sich ziehen solle. „Radio leistet gerade in den lokalen und regionalen Räumen eine mediale Grundversorgung und muss darum auf jedem Gerät und jeder
Plattform auffindbar sein“.

Regulierung im Netz als wichtige Zukunftsaufgabe

Eine zeitgemäße Mediengesetzgebung - auch für Dr. Wolfgang Kreißig ein wichtiger Punkt auf der Agenda der LFK. Der neue Präsident der Landesanstalt für Kommunikation skizzierte in seiner Rede die Herausforderungen der baden-württembergischen Landesmedienanstalt in der sich wandelnden digitalen Welt. Angesichts der großen Marktmacht globaler Unternehmen wie Facebook, Google, Netflix und Co. seien die Player des dualen Systems wie private Rundfunkveranstalter, öffentlich-rechtlicher Rundfunk und die Landesmedienanstalten viel enger zusammengerückt als je zuvor. „Die Zeit der gegenseitigen Abgrenzung ist vorbei, es gilt gemeinsame Lösungen zu finden, um die duale Medienordnung zu stärken und zu erhalten", so Kreißig. Hier wolle die LFK als Impulsgeber und Moderator fungieren. Neben einem starken Fokus auf veränderte Regulierung, angepasste Förderung und Medienkompetenzvermittlung wird die LFK zukünftig auch intensiver die sozialen Medien und deren Influencer in den Fokus nehmen. Denn sie erreichen Millionen zum Großteil jugendlicher Nutzer und sind darum in diesen Zielgruppen ähnlich relevant wie klassisches Fernsehen oder Radio. „Daraus ergeben sich für etwa für YouTuber persönlich nicht nur gute Vermarktungsmöglichkeiten und Werbeerlöse, sondern es erwächst daraus auch eine Verantwortung, zum Beispiel für Transparenz in Sachen Werbung oder Jugendmedienschutz“, stellte Kreißig klar. „Viele sind sich bereits ihrer Verantwortung bewusst und wollen gerade das Thema Werbung in den Griff bekommen - letztlich auch um in ihrer Community glaubwürdig zu bleiben. Es gibt aber auch andere, bei denen wir erst noch die nötige Sensibilität für diese Themen schaffen wollen“.

Der seit 3. April 2017 amtierende Vorstand der LFK besteht aus dem hauptamtlichen Präsidenten und Vorsitzenden des Vorstandes, Dr. Wolfgang Kreißig und vier ehrenamtlichen Vorständen. Stellvertretende Vorsitzende ist die Rechtsanwältin Bettina Backes, die in den vergangenen zwölf Jahren bereits stellvertretendes Mitglied des Vorstands war. Als neue Vorstände wirken Professor Dr. Ines Müller-Hansen und Anneke Graner. Sie alle wurden, wie das langjährige Vorstandsmitglied Prof. Dr. Hans-Peter Welte, vom Landtag für sechs Jahre gewählt. Der Vorstand und der 37-köpfige Medienrat sind zwei Organe der LFK.


Ihr Ansprechpartner
für alle journalistischen Fragen

Axel Dürr, Pressesprecher

Telefon: 0711 / 66 99 1 - 74
Email: a.duerr@lfk.de