Nr.: 29/05
Datum: 19.12.2005
Zukunftsoffene Kommunikationsinfrastruktur für den Ländlichen Raum erfordert neue Kooperations- und Geschäftsmodelle
Stuttgart, 19. Dezember 2005 - "Wer dem Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur auch im Ländlichen Raum Baden-Württembergs Schub verleihen will, muss auf neue Kooperationen und Geschäftsmodelle setzen", sagte der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) Thomas Langheinrich. Fernsehen und Unterhaltungsangebote, geschäftliche Breitbandkommunikation und Telefon sind heute Teile eines Gesamtpakets (sog. Triple Play) auf das die verschiedenen Netzbetreiber setzen. Während in Ballungsräumen harter Wettbewerb zwischen den Betreibern herrsche, müssten im Ländlichen Raum die Kräfte gebündelt werden, um die Anbindung der Gemeinde an die Datenautobahn für die Anbieter attraktiver zu machen. "Besonders die Kommunen spielen hier eine zentrale Rolle. Sie können auf der Kundenseite die Interessen an einen Tisch bringen, um so eine für die ganze Gemeinde passende technische und geschäftliche Lösung zu finden", sagte Langheinrich.
Wegen der hohen Kosten von baulichen Maßnahmen müssten im übrigen alle dazu beitragen, dass kein neues Baugebiet erschlossen, keine neue Straße oder Verkehrsinfrastruktur gebaut würde, ohne an eine Kooperation mit einem Netzbetreiber zu denken. Mögliche Partnerschaften für Kommunikationsanbieter bestehen bei fast allen infrastrukturbedeutsamen Leitungen wie Gas, Wasser, Strom, Straßenbau, Nah- und Fernverkehr, Trassen, Pipelines etc.. Wenn es damit gelingt Breitbandinternet und Rundfunkdienste noch besser in den Ländlichen Raum zu bringen, ist das allerdings nur ein Zwischenschritt. "Der Datenverkehr werde so zunehmen, dass man an der Glasfaser nicht vorbeikomme. Langfristig muss es das Ziel sein die Glasfaser möglichst in jede Gemeinde nah ans Haus zu bringen", sagte der Präsident der LFK.
Der flächendeckende Ausbau einer breitbandigen digitalen Kommunikationsinfrastruktur ist für die künftige Rundfunkversorgung und damit für die Medien- und Meinungsvielfalt im Land von herausragender Bedeutung. Über digitalen Satellit und das digitale Breitbandkabel werden schon heute eine Vielzahl unterschiedlichster Rundfunkprogramme und Mediendienste verbreitet. Daneben sind die digitalen Verbreitungstechniken DAB, DMB, DVB-T, DVB-H, DSL, Powerline und neuartige Funknetze wichtige künftige Übertragungswege. Die LFK fördert die Einführung dieser Techniken und der mit ihnen verbundenen neuen Inhalte, indem sie den insoweit erforderlichen Rechtsrahmen gestaltet, technische Analysen und Planungen durchführt und begleitende Medienforschung betreibt. Die LFK organisiert darüber hinaus einschlägige Fachveranstaltungen, ist Gründungsmitglied der Clearingstelle des Landes "Neue Medien im Ländlichen Raum" und leitet die Arbeitsgruppe "Mobile Rundfunkdienste" der deutschen Landesmedienanstalten.
"Mit der Clearing-Stelle "Neue Medien und Ländlicher Raum" wurde ein neuartiges Kooperationsmodell geschaffen.
Das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, die LFK, der Gemeindetag Baden Württemberg, der Arbeitskreis Mediendörfer und die Akademie Ländlicher Raum bündeln ihre Fachkompetenz und ihre Handlungsmöglichkeiten, um so die Gemeinden des Ländlichen Raums schnell und pragmatisch bei der Auffahrt auf die Datenautobahn zu unterstützen. Die LFK verfügt über ein besonderes Know-how in Bezug auf alle Übertragungstechniken und stellt ihre Fachkompetenz hier gern zur Verfügung. Die Entwicklung in der Kommunikationstechnik ist rasant und es gibt heute bereits technische Lösungen und auch Geschäftsmodelle, die vor zwei Jahren so noch nicht vorstellbar waren. Die LFK trägt hier dazu bei, mehr Transparenz zu schaffen", so Langheinrich weiter.
