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Nr.: 04/11

Datum: 09.03.2011

Breitbandinitiative im Land mit Vorbildcharakter

Erfahrungsaustausch mit EU-Kommissionsdirektor in der LFK

Stuttgart, 09.04. 2011. Der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation (LFK),
Thomas Langheinrich, hat sich für die Beibehaltung der Netzneutralität als „Garant
für Innovation und technischen Fortschritt“ ausgesprochen. Im Rahmen eines
Erfahrungsaustausches zwischen Vertretern der Clearingstelle „Neue Medien im
Ländlichen Raum“ und dem Direktor in der Generaldirektion
„Informationsgesellschaft und Medien“ der EU-Kommission, Detlef Eckert, plädierte
Langheinrich für ein weiterhin technisch neutrales Internet, in dem alle Dienste und
Dienstleistungen ohne Limit und Barrieren transportiert werden können.

Baden-Württemberg mit guter Breitbandabdeckung

Langheinrich zeigte sich zuversichtlich, dass mit Hilfe der neuen LTE-Funktechnik
bald viele „weiße Flecken“ ohne schnelles Internet in Deutschland geschlossen
werden können. Mit über 75 Prozent Breitbandanschlüssen stehe Baden-
Württemberg im Ländervergleich bereits heute ausgesprochen gut da, sagte
Langheinrich und hob gegenüber dem EU-Direktor das Engagement von Kabel BW
beim Breitbandausbau hervor.

Der technische Leiter der LFK, Walter Berner, wies darauf hin, dass über die Hälfte
der nicht mit schnellem Internet versorgten Gebiete in Baden-Württemberg 500 und weniger Einwohner haben. „Problemfälle sind vor allem kleinere Teilorte,
Gewerbegebiete oder kleine Weiler.“ Hier seien individuelle, auf die Kommunen
zugeschnitten Lösungen gefragt, so Berner. Kritik übte er an der Deutschen Telekom, die sich als einziger Netzbetreiber weigere, die Verläufe ihrer Breitbandtrassen in einem baden-württembergischen Glasfaseratlas offen zu legen. „Diese Daten würden unsere Arbeit sehr erleichtern“, so Berner.

Clearingstelle Baden-Württemberg als Vorzeigeeinrichtung

EU-Direktor Eckert hatte sich in Stuttgart ein Bild von der Arbeit der
„Clearingstelle“ gemacht, bei der neben kommunalen Vertretern, dem Ministerium
Ländlicher Raum und dem Wirtschaftsministerium auch die LFK ihre technische
Expertise einbringt, um immer mehr Gemeinden in Baden-Württemberg den Zugang zu schnellem Internet zu ermöglichen. Der Bürgermeister des Mediendorfes
Mönchweiler und Vorsitzende der Clearingstelle, Friedrich Scherer, lobte die
„unkomplizierte Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fach- und
Sachkompetenzen“. Ein baden-württembergisches Erfolgsprojekt, das mittlerweile
über deutsche Grenzen hinaus auch im Ausland auf großes Interesse stößt.

Impulse für kommunale Breitbandversorgung durch Hochschule Furtwangen

Eng mit der Clearingstelle zusammen arbeitet auch die Hochschule Furtwangen. Mit
einer neuen Stiftungsprofessur, die seit diesem Wintersemester besteht, werden
Hochschüler nicht nur fit für den Breitband-Netzausbau gemacht, sie lernen auch
kommunale Strukturen kennen. Die Professur wird von der Industrie, dem
Ministerium Ländlicher Raum, dem Regionalverband und der LFK unterstützt und
finanziell gefördert: „Nur wer weiß, wie eine Gemeinde arbeitet, der kann auch in
Zukunft eine an kommunalen Bedürfnissen orientierte Beratungsleistung
durchführen“, so Prof. Dr. Peter Anders. Erste Projekte in Furtwangen sind ein
„Kochbuch für Kommunen“, mit dem quasi im Baukastenprinzip gezeigt wird, wie
die Kosten bei der Breitbandkabel-Verlegung reduziert werden können. Daneben
wird gerade eine großangelegte Bedarfsanalyse für Gewerbegebiete im Rahmen der
Stiftungsprofessur durchgeführt.

Projekte, die auch auf Interesse bei der EU-Kommission stoßen. So regte EU-Kommissionsdirektor Detlef Eckert an, die Erfahrungen aus Furtwangen auch
anderen Partnern in Europa zu Gute kommen zu lassen.


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Axel Dürr, Pressesprecher

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