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Nr.: 20/14

Datum: 19.09.2014

Jugendmedienschutz ist löchrig

LFK-Medienrat fordert Gesamtlösung und sieht die Internet-Provider in der Pflicht

Stuttgart, 19.09.2014 – Der Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) fordert eine Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes in Deutschland. Mit den Veränderungen in der Medienwelt, insbesondere der rasanten Verbreitung von Smartphones unter Kindern und Jugendlichen, haben sich auch die Anforderungen an den Jugendmedienschutz gewandelt. Darum dürfe man sich nicht nur auf eine „punktuelle Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrages“ beschränken,
heißt es in einem Positionspapier des Medienpädagogischen Ausschusses der LFK, das von den 36 Mitgliedern des Medienrates verabschiedet wurde. Gerade auch die Nutzung von sozialen Netzwerken oder Videodiensten über mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablet PCs brächten neue Risikopotentiale. „Ziel muss sein, dass in Zukunft über die verschiedenen Medien hinweg ein gleiches Schutzniveau erreicht wird“, so der Vorsitzende des Medienpädagogischen Ausschusses, Peter Wittemann.

Besonders technische Schutz- oder Filterprogramme müssten kontinuierlich weiterentwickelt werden, da sie Minderjährigen auch Schutz vor ausländischen Porno- oder Gewaltseiten im Netz bieten. Unternehmen sollten auch in Zukunft an der Finanzierung der technischen Schutzlösungen beteiligt werden, um die Programme noch weiter zu verbessern. Gleichzeitig müssten die anerkannten Jugendschutzprogramme mehr beworben werden. Viele Eltern und Pädagogen seien zu wenig über bestehende technische Möglichkeiten informiert, mit denen sie ihre Kinder vor problematischen Inhalten im Netz schützen können. Aber auch die in Deutschland ansässigen Internet-Provider sehen die Medienrats-Mitglieder in der Pflicht mitzuhelfen, die Schutzprogramme besser bekannt zu machen. „Denkbar wäre, dass die Provider ihren Kunden standardmäßig ein Jugendschutzprogramm anbieten, dass nur noch aktiviert werden muss. Der lästige Download würde entfallen und damit eine mögliche Hürde für die Eltern“, so Wittemann.
Wichtiger Nebeneffekt wäre, dass über das W-LAN Netz zu Hause auch alle mobilen Endgeräte gegen jugendgefährdende Inhalte geschützt seien.

Darüber hinaus betonen die Medienräte in ihrem Positionspapier, dass Jugendmedienschutz nur gemeinsam mit der kontinuierlichen Vermittlung von Medienkompetenz größtmögliche Wirkung entfalten könne.

Das Positionspapier steht hier zum Download bereit:
www.lfk.de/fileadmin/media/presse/Positionspapier_MPA.pdf


Über den Medienrat
Der Medienrat setzt sich zusammen aus Vertretern der gesellschaftlich relevanten Gruppen. § 41 Abs. 1 LMedienG bestimmt jene 28 Organisationen, die in den Medienrat einen Vertreter entsenden. Zusätzlich entsendet jede Fraktion im Landtag einen Vertreter. Vier weitere Vertreter werden auf Grund von Vorschlägen der Fraktionen vom Landtag gewählt (§ 41 Abs. 2 LMedienG). Der Medienrat besteht aus 36 Mitgliedern. In seiner ersten konstituierenden Sitzung am
14. Februar 2012 wählte der Medienrat (6. Amtsperiode) die Vorsitzende Christa Gönner-Schwarz sowie ihre Stellvertreter Thomas Münch und Stephan Bourauel. Der Medienrat nimmt nach § 42 Abs. 1 LMedienG insbesondere die Aufgaben zur Gewährleistung der Meinungsvielfalt und des Schutzes von Kindern und Jugendlichen im Bereich des Rundfunks und der rundfunkähnlichen
Kommunikation wahr.


Mitglieder des Medienpädagogischen Ausschusses
Peter Wittemann, Aktion Jugendschutz, (Vorsitzender)
Michael Niedoba, Jugendverbände (Stellvertreter)
Robert Auersperg, Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg
Helen Heberer MdL, SPD Fraktion
Brigitte Lösch MdL, Fraktion Grüne
Dr. Gerhard Neudecker, Römisch-katholische Kirche
Thomas Poreski MdL, Fraktion Grüne
Dr. Carsten Rees, Landeselternbeirat Baden-Württemberg
Prof. Mini Schulz, Landesmusikrat Baden-Württemberg
Gerhard Stärk, Deutscher Bundeswehrverband


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