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Nr.: 29/14

Datum: 22.12.2014

LFK: Baden-Württemberg ist „Digitalisierungsweltmeister“

Kabelfernsehen verliert Zuschauer / Neue DVB-T-Technik ersetzt altes Antennenfernsehen

Stuttgart. 22. 12. 2014. Fast 70 Prozent (69,9) der Kabelhaushalte in Baden-Württemberg nutzen bereits digitales Fernsehen. Damit weist der Südwesten die höchste Digitalisierungsquote im Bundesvergleich auf. Innerhalb von einem Jahr ist die digitale Nutzung im Kabel um über 11 Prozent angestiegen, so wie in keinem anderen Bundesland. Das geht aus den regionalisierten Zahlen des Digitalisierungsberichts der Medienanstalten hervor, die heute in Stuttgart von der
Landesanstalt für Kommunikation (LFK) vorgestellt wurden.

Fernsehempfang über Kabel geht zurück
Generell geht die Nutzung des Kabels für den TV-Empfang in Baden-Württemberg weiter zurück und erreicht mit 52,1 Prozent der Haushalte seinen tiefsten Wert, ein Minus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit sehen hier zwar überdurchschnittlich viele Haushalte nach wie vor über das Kabel ihr Fernsehprogramm, der Satellit holt aber kontinuierlich auf und erreicht mit 44,0
einen neuen Bestwert im Südwesten, ein Plus von drei Prozent. Offensichtlich sind im vergangenen Jahr viele DVB-T Zuschauer vom digitalen Antennenfernsehen zum Satelliten gewechselt, denn das digitale Antennenfernsehen bricht im Jahresvergleich um fast 3 Prozent ein und erreicht nur noch 3,7 Prozent der Haushalte in Baden-Württemberg. Das ist nicht nur der absolute Tiefstwert, der je gemessen wurde, sondern bedeutet auch im Bundesvergleich das Schlusslicht für den Südwesten.

Auch DSL-TV verliert im Südwesten
Damit wird das digitalen Antennenfernsehen im Südwesten sogar in noch weniger Haushalten genutzt als das sogenannte DSL-TV, also ein Fernsehangebot über das Internet. Das Wachstum auf niedrigem Niveau, das in den letzten Jahren zu verzeichnen war, ist offensichtlich gestoppt. DSLTV verliert fast ein Prozent und kommt nur noch auf 4,3 Prozent.

Nur wenige Fernsehzuschauer verändern vorgegebene Programmreihenfolge
Bei der Vielfalt der digitalen Kanäle hilft der so genannte Elektronische Programmführer (EPG) bei der Suche und Sortierung der Sender und bietet unter anderem Programminformationen an. Doch nach wie vor nutzen bundesweit Zweidrittel der Fernsehzuschauer mit digitalem Fernsehgerät den Programmführer nicht. Diejenigen, die ihn verwenden, tun dies überwiegend, um sich über das laufende Programm zu informieren. Nur die Hälfte der bereits geringen Nutzerzahl
sortiert mit Hilfe des EPGs seine vorgegebene Programmreihenfolge um. „Damit sind automatisch die Sender auf den vorderen Programmplätzen in der Pole-Position. Anbieter im hinteren Listen-Bereich haben geringe Chancen, gefunden zu werden“, kommentiert LFK-Präsident Thomas Langheinrich und warnt: „Nach wie vor dürfen Hersteller von TV-Geräten in Deutschland die
Reihenfolge der Sender bestimmen. Die Gefahr ist groß, dass Kanalplätze nach Scheckbuch vergeben werden. Neue Sender oder regionale Informationsangebote drohen im digitalen Nirwana unterzugehen. Das kann nicht im Sinne der Medienpolitik sein“. Deshalb fordert Langheinrich, die Regulierung auf die Endgeräte auszuweiten, um gleiche Zugangsbedingungen für alle Sender zu
schaffen.

Neue DVB-T-Technik kommt 2016 – DVB-T alt 2018 abgeschaltet
Derweil steht das Antennenfernsehen DVB-T bundesweit vor einem Neustart und soll durch eine bessere technische Übertragungsform, DVB-T2, ersetzt werden. Mit dieser neuen Technik können auch hochauflösende HD-Sender verbreitet werden. Baden-Württemberg, das bislang über ein geringes Programmangebot via DVB-T verfügt, könnte vom neuen DVB-T2 profitieren, da ein einheitliches, bundesweites Angebot an Privatsendern entstehen soll. Im Gegenzug wird ein Teil der Frequenzen, die bisher für das Antennenfernsehen genutzt wurden, vom Bund versteigert mit dem Ziel, mobiles Internet zu verbreiten.

Nach Wunsch von Bund und Ländern soll DVB-T2 bereits 2016 an den Start gehen, das alte DVB-T würde dann 2018 abgeschaltet werden, so die Planungen. „Das bedeutet aber auch, dass danach die alten Geräte nicht mehr funktionierten werden“, darauf weist LFK-Präsident Thomas Langheinrich hin. Prognosen zufolge sollen Ende 2015 erste TV-Geräte und Receiver mit neuen DVB-T2-Empfängern auf dem Markt sein.

Funkinternet ist kein Ersatz für Glasfaser
Bei der Breitbandversorgung mit schnellen Internet von 50 MBit/s liegt Baden-Württemberg im Bundesvergleich auf dem vierten Platz. In 68,4 Prozent der Haushalte ist eine solche Bandbreite verfügbar. Ein guter Wert für das Flächenland Baden-Württemberg mit vielen ländlichen Regionen. „Da das Funkinternet in absehbarer Zeit nicht flächendeckend ähnlich hohe Bandbreiten bieten
kann, ist der Ausbau mit Glasfasertrassen auch in den nächsten Jahren unerlässlich“, sagte LFK-Präsident Thomas Langheinrich. Die Landesanstalt für Kommunikation ist seit 2004 Mitglied der Clearingstelle neue Medien und berät als technisches Kompetenzcenter Land und Kommunen beim Ausbau mit schnellem Internet.


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