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Nr.: 27/17

Datum: 21.11.2017

Neue Digitalstrategie für das private Radio nötig

Goldmedia-Studie zur Zukunft des privaten Hörfunks in Baden-Württemberg vorgestellt

  • Streaming wird auch für den Hörfunk noch wichtiger werden
  • DAB+ gewinnt zukünftig mit hoher Förderung an Relevanz
  • Digitalisierung erfordert neue Strategien
  • LFK-Präsident Dr. Wolfgang Kreißig: Politik, Hörfunksender und Regulierer müssen
    jetzt die Zukunft des Radiostandortes Baden-Württemberg gestalten


Stuttgart, 21.11.2017. Lizenzierungsmodelle, Zuschnitte der Sendegebebiete und Förderung des privaten Radios in Baden-Württemberg müssen mittelfristig an die digitale Zukunft angepasst werden. Die Beibehaltung des Status quo bedeutet vor dem Hintergrund der Digitalisierung für die Hörfunkveranstalter unklare Perspektiven mit zunehmendem Wettbewerbsdruck. Ein Neudenken ist gefragt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Ausgestaltung der lokalen Hörfunklandschaft in Baden-Württemberg 2025“ der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), die von der Unternehmens- und Forschungsgruppe Goldmedia erstellt wurde. Mit der fortschreitenden Verlagerung von Audionutzung und Werbebudgets ins Internet deutet sich eine mittelfristig unsichere wirtschaftliche Lage des privaten Hörfunks an. Ziel der Studie war es, durch Marktprognosen und Szenarioanalysen eine belastbare Datenbasis für künftige Entscheidungsprozesse zu schaffen.

Studie als Auftakt für Strategie- und Denkprozess der Entscheider in Baden-Württemberg

Soll DAB+ gestärkt werden, bedarf es laut Studie einer intensiven Förderung und Lizenzierungsmodelle, die mehr Kooperationen zwischen den Hörfunk-Sendern erlauben. Zudem kristallisiert sich heraus: „Der Marktanteil von gestreamtem Internetradio wird sich auf bis zu 30 Prozent bis 2025 erhöhen. Hier kann sich die LFK positionieren und die Radio-Anbieter im Wettbewerb unterstützen“, hebt Prof. Klaus Goldhammer, Geschäftsführer von Goldmedia, hervor.

„Aufgrund der rasanten technischen Entwicklung können wir alle nicht die Hände in den Schoß legen, wenn es um die Zukunft des privaten Hörfunks und damit um eine Säule des dualen Rundfunksystems in Deutschland geht. Wir sehen die Studie mit ihrer wirtschaftlichen Betrachtung als Auftakt eines gemeinsamen Strategie- und Denkprozesses, den wir als LFK gerne anstoßen, weiter vorantreiben wollen und wo wir am Ende Richtungsentscheidungen treffen müssen“, kommentiert LFK-Präsident Dr. Wolfgang Kreißig die Ergebnisse.

Immer mehr DAB+-Radios

Auch wenn sich DAB+ in Baden-Württemberg positiv entwickelt hat und die Verkäufe hohe Wachstumsraten aufweisen, ist die Durchsetzung dieses digitalen Übertragungsweges laut Studie auch stark von der Förderpolitik abhängig. Bis 2025 könnten, je nach Förderszenario, rund 42 Prozent aller Haushalte im Südwesten mindestens einen DAB+-Empfänger haben. Um diese Durchdringung zu erreichen, müssten vor allem die Simulcast-Kosten von UKW und DAB+ für eine Übergangszeit noch stärker gefördert werden. Ansonsten, so zeigen die Analysen, drohe eine kostenintensive Doppelversorgung mit unklaren Marktperspektiven.

Streaming und 5G verändern Radio

Kernergebnis der Goldmedia-Analysen: „Streaming wird weiter zunehmen und das Smartphone ist ‚Endgerätesieger‘. Bis 2025 werden so gut wie alle werberelevanten Haushalte über mindestens ein Smartphone verfügen“. Dazu kommen höhere Kapazitäten im Mobilfunkbereich und mit 5G neue Technologien, die zukünftig eine kostengünstige Broadcast-Radio-Verbreitung und gleichzeitig auch personalisierte Angebote ermöglichen.

„Baden-Württemberg verfügt auch im Bundesvergleich über eine ausgesprochen vielfältige Radiolandschaft mit starken Unternehmen, die es zu erhalten gilt“, betont LFK-Präsident Wolfgang Kreißig. „Wir müssen nun gemeinsam mit allen Beteiligten an einem passenden Regulierungsrahmen für die digitale Zukunft arbeiten. Gleichzeitig gilt es die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, um mit neuen Allianzen und Kooperationen die technische Teilhabe an Alexa, Siri und Co. und die Auffindbarkeit in der digitalen Welt zu gestalten“.

Studie „Ausgestaltung der lokalen Hörfunklandschaft in Baden-Württemberg 2025

Ende 2016 beauftragte die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) die Goldmedia GmbH Strategy Consulting mit der Erstellung eines Evaluationsgutachtens zum Wandel der Hörfunklandschaft Baden-Württemberg bis 2025. Die Studie enthält Marktprognosen und Szenarioanalysen, mögliche strukturelle Konstellationen der Hörfunklandschaft 2025 und Einflussfaktoren der digitalen Transformation für den BW-Hörfunk.

Die gesamte Studie ist hier abrufbar: www.lfk.de/zukunft-des-radios




Ihr Ansprechpartner
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Axel Dürr, Pressesprecher

Telefon: 0711 / 66 99 1 - 74
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