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Nr.: 32/17

Datum: 21.12.2017

Verantwortung für die eigene Community tragen

LFK-Präsident sieht Jugendmedienschutz, die Regulierung im Netz, Medienkompetenz und die Zukunft des Radios als zentrale Themen für 2018

  • LFK-Präsident Dr. Kreißig wird ab 2018 neuer Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz: „Wir müssen das Smartphone für Kinder sicherer machen“

  • „Eltern müssen für die möglichen Folgen einer gemeinsamen Vermarktung ihrer Kinder auf YouTube sensibilisiert werden“.

  • Rechtsdurchsetzung im Netz als zukünftiger Schwerpunkt der Regulierung


Stuttgart, 21.12.2017. Der Jugendmedienschutz, die Regulierung im Netz, die Vermittlung von Medienkompetenz, aber auch die Zukunft des Radios und der Breitbandausbau im Land stehen 2018 im Fokus der Landesanstalt für Kommunikation (LFK).

Smartphones müssen noch sicherer werden
Laut aktueller JIM-Studie besitzen 92 Prozent der 12- bis 13-Jährigen ein Smartphone. Handy und Internet gehören für etwa 90 Prozent zur täglichen Freizeitbeschäftigung. „Jugendmedienschutz in Deutschland muss vor allem die Zielgruppe der Kinder von 6 bis 12 Jahren im Blick haben. Auch die jüngere Zielgruppe ist zunehmend mit dem Smartphone unterwegs. „Hier müssen wir dran bleiben und den Schutz im Dialog mit den Entwicklern und Anbietern technischer Schutzeinrichtungen stetig fortentwickeln“, so der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) in Stuttgart, Dr. Wolfgang Kreißig. Der Jurist übernimmt ab 2018 den Vorsitz der Kommission für Jugendmedienschutz in Deutschland (KJM), der neben Vertretern der Medienanstalten auch Vertreter der obersten Landesjugendbehörden und des Bundes angehören.

Künstliche Intelligenz (KI) und auch Sprachassistenten wie Alexa oder Google Now könnten in Zukunft neue Möglichkeiten für den Jugendmedienschutz bieten. „Wir wollen auch hier mit den Anbietern erörtern, ob KI neue Möglichkeiten für Schutzräume für Kinder und Jugendliche bieten kann“, sagte Kreißig.

Verantwortung für eigenen Content tragen
Beim Thema Schleichwerbung im Netz hob Kreißig positiv hervor, dass zahlreiche Influencer und YouTube Stars mittlerweile Verantwortung für ihre jugendliche Community übernähmen und etwa Produktplatzierungen in ihren Videos korrekt kennzeichnen würden. Der Austausch zwischen den Landesmedienanstalten und den Influencern habe sich hier positiv ausgewirkt.

„Wir wollen nun auch direkte Kaufaufforderungen an Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen. Das ist nämlich nicht nur im Fernsehen verboten. Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit dürfen auch in den Social Media-Kanälen nicht für kommerzielle Zwecke ausgenutzt werden.“

Kritisch sieht der LFK-Präsident, wenn sich Eltern gemeinsam mit ihren Kinder über Plattformen wie YouTube vermarkten. „Hier ist es wichtig, dass wir die Eltern sensibilisieren, dass solche Inhalte im Internet für lange Zeit abrufbar bleiben und dass dies später womöglich nicht mehr im Interesse der dann erwachsenen Kinder ist.“ Ein Ziel der Vermittlung von Medienkompetenz sei es darum, über das eigene Verhalten im Netz nachzudenken.

Die LFK fördert den Bereich Medienkompetenz mit etwa 800.000 € jährlich für entsprechende Angebote für Kinder und Eltern, aber auch Pädagogen, darunter etwa klick-tipps.net und internetabc.de. Gemeinsam mit der Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz und dem Südwestrundfunk (SWR) trägt die LFK die Stiftung Medien Kompetenz Forum Südwest (MKFS). Mit den Gemeinschaftsprojekten „Silver Surfer“, „KommmiT“ und „Silver Tipps“ ist auch die ältere Zielgruppe im Fokus der baden-württembergischen Landesmedienanstalt.

Neu Denken beim Digitalen Radio
Neben dem Jugendmedienschutz und der Medienkompetenz steht die Entwicklung des Radios im Blickpunkt der Landesmedienanstalt in Baden-Württemberg. So wird prognostiziert, dass sich der Marktanteil von gestreamtem Internetradio auf bis zu 30 Prozent bis 2025 erhöht. Das ist ein Ergebnis einer von der LFK in Auftrag gegebenen Studie zur Entwicklung des Hörfunks in Baden-Württemberg.

Treiber könnte auch der neue Mobilfunkstandard 5G sein, der die Übertragungskosten senken und neue Möglichkeiten für personalisiertes Radio eröffnen kann. „Vor dem Hintergrund der Möglichkeiten von 5G müssen wir generell die Regulierung und die Förderung der RadioÜbertragungswege kritisch hinterfragen und dürfen uns keine Denkverbote auferlegen“, so LFKPräsident Dr. Wolfgang Kreißig. Baden-Württemberg verfüge auch im Bundesvergleich über eine ausgesprochen vielfältige Radiolandschaft mit starken Unternehmen, die es zu erhalten gelte. „Auch bei den neuen Technologien, Plattformen und auch Sprachassistenten wie Alexa, Google oder Siri bleibt es wichtige Herausforderung, Medienvielfalt in Zukunft zu erhalten und nicht allein Konzernen zu überlassen. Gemeinsam mit der Politik müssen wir neu denken, wie unsere Regulierung an die innovative Technik angepasst werden kann“, so Kreißig weiter.

Digitalisierung ländlicher Raum
Die LFK als Mitglied der „Clearingstelle Neue Medien im Ländlichen Raum“ des Landes unterstützt die Kommunen durch fachliche Beratung, um beim Breitbandausbau die für die Gemeinde passende technische Lösung zu finden. 5G spielt auch bei der Digitalisierung gerade im ländlichen Raum eine wichtige Rolle. „Nur mit einem starken Mobilfunksystem kann der Kundenwunsch, alle Dienste an allen Orten verfügbar zu haben, realisiert werden“, so Kreißig.

Dr. Wolfgang Kreißig ist seit April 2017 vom Landtag gewählter Präsident der Landesmedienanstalt in Baden-Württemberg, LFK. Der promovierte Jurist war 7 Jahre Leiter des Referats Medienpolitik, Medienrecht, Rundfunkwesen im Staatsministerium Baden-Württemberg und hier unter anderem auch für die Medienkompetenz-Initiative „Kindermedienland“ zuständig. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren unter anderem Richter und Staatsanwalt am Landgericht Stuttgart.



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Axel Dürr, Pressesprecher

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