JIM-Studie 2023

Die repräsentative JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) erscheint seit 1998 jährlich und untersucht die Mediennutzung von Jugendlichen im Alter von zwölf bis 19 Jahren. Auf dieser Seite sind einige wichtige Ergebnisse der aktuellen JIM-Studie 2023 zusammengefasst, welche am 29. November veröffentlicht wurde.

Eine Gruppe Teenager am Smartphone

224 Minuten sind Jugendliche 2023 durchschnittlich am Tag online.

94 % nutzen regelmäßig WhatsApp. Instagram belegt mit 62 % Platz 2, gefolgt von TikTok (59 %) und Snapchat (49 %).

Jedes dritte Mädchen und jeder vierte Junge wurde 2023 im Netz schon einmal sexuell belästigt.

58 % der Zwölf- bis 19-Jährigen sind im letzten Monat vor der Befragung mit Fake News in Kontakt gekommen, gut die Hälfte mit beleidigenden Kommentaren.

Medienbeschäftigung in der Freizeit

Seit 25 Jahren liefert die JIM-Studie Daten zum Medienalltag von Jugendlichen. Wie in den letzten Jahren haben die Internetnutzung und das Musikhören den höchsten Stellenwert in der Freizeit von Jugendlichen. 95 Prozent sind regelmäßig online, 90 Prozent hören mindestens mehrmals in der Woche Musik. Das Smartphone ist mit deutlichem Abstand das meistgenutzte Gerät (98 %). Mit 82 Prozent ist der Anteil an Jugendlichen, die regelmäßig Online-Videos auf Plattformen wie YouTube ansehen, etwas angestiegen (2022: 76 %). Drei Viertel sieht mindestens mehrmals pro Woche fern, 72 Prozent spielen digital, was einen leichten Rückgang zum Vorjahr darstellt (2022: 76 %). Die Nutzung von Videostreaming-Diensten wie Netflix, Prime Video und Disney+ ist hingegen leicht gestiegen (2023: 71 %, 2022: 67 %).

Ähnlich wie im Vorjahr hören 58 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen regelmäßig Radio und jeweils etwa jeder Zweite nutzt ein Tablet oder einen Sprachassistenten wie Alexa, Siri, Google Assistent oder Bixby. Gut ein Drittel der Jugendlichen liest in ihrer Freizeit gedruckte Bücher und jeweils etwa jede/-r Fünfte hört Podcasts oder Hörspiele/-bücher. Gedruckte Zeitschriften werden von 13 Prozent regelmäßig gelesen, jeweils etwa jede/-r Zehnte liest regelmäßig E-Books oder digitale Ausgaben von Zeitschriften. Tageszeitungen werden von jedem Fünften regelmäßig gelesen (11 % gedruckt, 9 % online). 35 Prozent lesen mindestens einmal pro Woche Tageszeitungen.

Medienbeschäftigung in der Freizeit 2023 – Vergleich 2022 - täglich/mehrmals pro Woche -

Das Balkendiagramm beschreibt die tägliche/mehrmals wöchentliche freizeitliche Medienbeschäftigung aller Befragten (n=1.200) in 2023 im Vergleich zum Vorjahr 2022. 2023 nutzen 95% und 2022 94% der Befragten das Internet. Mit dem Smartphone beschäftigen sich 2023 98% und 2022 96%. 2023 hören 90 % und 2022 89% der Befragten Musik in der Freizeit. Mit Online-Videos beschäftigten sich 2023 83% und 2022 76%. 2023 sahen 76% und 2022 78% täglich/mehrmals pro Woche fern. 2023 spielten72 % und 2022 76% digitale Spiele. 2023 nutzten 71% und 2022 67% Video-Streaming-Dienste. 2023 nutzten 58% täglich/mehrmals pro Woche in der Freizeit das Radio, 2022 57 %. Das Tablet nutzten 2023 52% und 2022 49% täglich/mehrmals pro Woche. 2023 nutzten 46% die Sprachassistenten Alexa, Siri, Google Assistant und Bixby, 2022 zu 48%. Gedruckte Bücher wurden 2023 von 35% und 2022 von 32% der Befragten gelesen.  2023 hörten 20% Hörspiele/-bücher, 2022 17%. 2023 lasen 13% der Befragten gedruckte Zeitschriften/Magazine, 2022 14%. Podcasts hörten 2023 22% der Befragten und 2022 19%. Die gedruckte Tageszeitung lasen 2023 11% und 2022 14%. Die Tageszeitung als Online-Ausgabe lasen 2023 9% und 2022 13%. Zeitschriften/Magazine lasen 2023 10% und 2022 11% online. 2023 lasen 10% und 2022 11% E-Books.
Quelle: JIM 2022, JIM 2023, Angaben in Prozent, *egal über welchen Verbreitungsweg, Basis: alle Befragten, n=1.200

Internetnutzung: Bildschirmzeit und ChatGPT

Im Rahmen der JIM-Studie wurden die Jugendlichen gefragt, ob sie die Möglichkeit kennen, am Smartphone die durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit einzusehen. Drei Viertel kennen diese Funktion. 43 Prozent geben an, diese auch zu nutzen. Diese wurden gebeten, ihre derzeitige Bildschirmzeit anzugeben – diese beträgt rund 3,5 Stunden am Tag. Mädchen (215 Min.) und Jungen (211 Min.) liegen hier gleichauf, mit zunehmendem Alter steigt die Bildschirmzeit aber deutlich an (12-13 Jahre: 121 Min, 14-15 Jahre: 203 Min., 16-17 Jahre: 250 Min., 18-19 Jahre: 261 Min.).

Ein Viertel der Befragten gibt an, dass die Dauer ihrer Smartphonenutzung reglementiert ist. Insbesondere Jüngere müssen sich häufiger an Regeln halten (12-13 Jahre: 58 %, 14-15 Jahre: 29 %, 16-17 Jahre: 9 %, 18-19 Jahre: 4 %).

Durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit am Smartphone

Das Balkendiagramm zeigt die durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit derjenigen Befragten, die ihre Bildschirmzeit überprüfen (n= 510), differenziert nach Alter, Geschlecht und Schulform. Insgesamt beträgt die durchschnittliche Bildschirmzeit 213 Minuten. Die Bildschirmzeit der Mädchen sind 215 Minuten, die der Jungen 211. Die Gruppe der 12–13-Jährigen hat eine durchschnittliche Bildschirmzeit von 121 Minuten, die der 14–15-Jährigen 203 Minuten, die der 16–17-Jährigen 250 Minuten und die der 18–19-Jährigen 261 Minuten. Befragte, die die Haupt- oder Realschule besuchen haben 218 Minuten Bildschirmzeit, Befragte die ein Gymnasium besuchen 208 Minuten.
Quelle: JIM 2023, Angaben in Minuten, Basis: Befragte, die ihre Bildschirmzeit überprüfen n=510

Unter den verschiedenen Internetdiensten werden KI-Anwendungen wie zum Beispiel ChatGPT aktuell sehr stark diskutiert. Auch einem Großteil der Jugendlichen scheint ChatGPT ein Begriff zu sein. So geben lediglich 15 Prozent an, noch nie etwas davon gehört zu haben. 38 Prozent haben ChatGPT auch bereits selbst ausprobiert, 36 Prozent wissen nur, was es bedeutet und elf Prozent haben lediglich davon gehört, können den Begriff aber nicht genau zuordnen. Jungen geben häufiger an, ChatGPT bereits zu kennen und ausprobiert zu haben und auch im Altersverlauf steigt der Anteil aktiver Nutzerinnen und Nutzer tendenziell. Jugendliche, die ein Gymnasium besuchen, haben ebenfalls häufiger Erfahrung mit ChatGPT gesammelt.

ChatGPT 2023 -Bekanntheit und Nutzung-

Quelle: JIM 2022, JIM 2023, Angaben in Prozent, Basis: Befragte, die das Internet nutzen, n=1.196

WhatsApp und Social Media

Ein weiterer Aspekt der Internetnutzung die im Rahmen der JIM-Studie untersucht wird, ist die Rolle von Kommunikationsangeboten im Internet und Social Media.

Heute liegt WhatsApp mit 94 Prozent regelmäßiger Nutzung deutlich auf dem ersten Platz der genutzten Online-Angebote. Gleichbleibend zum Vorjahr belegt Instagram mit 62 Prozent Platz zwei, gefolgt von TikTok mit 59 Prozent und Snapchat mit 49 Prozent, die jeweils leichten Zuwachs im Vergleich zu 2022 aufweisen. Ein Rückgang ist hingegen bei Facebook zu verzeichnen, welches nun nur noch von 22 Prozent der Jugendlichen regelmäßig genutzt wird. Knapp jede/-r Fünfte verwendet Discord, 16 Prozent die französische Social-Media-App BeReal und 15 Prozent Pinterest. Twitch wird von 13 Prozent der Jugendlichen regelmäßig verwendet, gefolgt von Twitter (12 %), Telegram (10 %) und Signal (9 %).

Genutzte Online-Angebote 2023 - täglich/mehrmals pro Woche -

Das Balkendiagramm zeigt verschiedene Online-Angebote und jeweils den Anteil an Befragten der, die diese mindestens mehrmals in der Woche nutzen. Basis bilden alle Befragten (n=1200). 2023 haben 94 % WhatsApp mindestens mehrmals in der Woche genutzt, 62 % Instagram,59 % TikTok 49 % Snapchat, 22 % Facebook, 19 % Discord 16 % BeReal, 15 % Pinterest, 13 % Twitch und 12 % X (ehemals Twitter).
Quelle: JIM 2023, Angaben in Prozent, Basis: Befragte, die das Internet nutzen, n=1.196

TV, YouTube, Netflix & Co.: Influencerinnen und Influencer

Im Zusammenhang mit YouTube wird oftmals das Thema Influencerinnen bzw. Influencer und Werbung diskutiert. Aufgrund ihrer Rolle als Vorbilder können sie einen starken Einfluss auf Jugendliche haben. In ihren Beiträgen gewähren sie oft Einblicke in ihr Privatleben, was ein Gefühl von Nähe und Vertrautheit erschafft. Der Eindruck, die Person vor der Kamera auch im privaten Leben zu kennen, kann beispielsweise dazu führen, dass Werbebotschaften nicht immer als solche erkannt werden, wenn sie beiläufig in einen Beitrag eingebunden sind. So gehen fälschlicherweise 64 Prozent der Jugendlichen davon aus, dass Werbung bei Influencerinnen und Influencern immer gekennzeichnet ist. 35 Prozent haben auch schon einmal etwas gekauft, weil es ihnen von einer/-m Influencer/in empfohlen wurde. Für jede/-n Vierte fühlt sich das Verhältnis zu den Influencerinnen und Influencern, denen sie folgen, wie eine Freundschaft an. 18 Prozent möchten selbst einmal diese Laufbahn einschlagen. Neben Influencerinnen und Influencern, sind sogenannte „Sinnfluencer“ dafür bekannt, sich für ernsthafte Themen wie beispielsweise den Klimawandel oder soziale Gerechtigkeit einzusetzen und aufzuklären. Die Hälfte der befragten Jugendlichen gibt an, dass sie solchen Influencerinnen und Influencern folgen.

Aussagen zum Thema Influencerinnen und Influencer -stimme zu-

Das Balkendiagramm zeigt verschiedene Aussagen zu Influencer*innen und jeweils den Anteil der Jugendlichen, die der Aussage voll und ganz oder weitgehend zustimmen, oder dieser weniger oder gar nicht zustimmen. Die Basis bilden alle Befragten. Der Aussage „Wenn Influencer*innen Werbung machen, ist das immer auch gekennzeichnet stimmen 25% der Befragten voll und ganz zu, 39% stimmen weitgehend zu, 22% stimmen weniger zu und 14% stimmen gar nicht zu. 16% stimmen der Aussage, sie hätten schon einmal etwas auf Empfehlung einer Influencerin/eines Influencers gekauft voll und ganz zu, 19% weitgehend, 19% stimmen weniger zu und 46% stimmen gar nicht zu. Der Aussage „Die Influencer*innen, denen ich folge, sprechen über ernsthafte Themen“ stimmen 13% voll und ganz zu, 37% weitgehend, 31% stimmen weniger und 19% Gar nicht zu. 7% der Befragten stimmen der Aussage „Die Influencer, denen ich folge, sind wie Freund*innen für mich“ voll und ganz zu, 19% weitgehend, 31% weniger und 42% gar nicht.  Unter den befragten stimmen 6% zu, dass sie später auch gerne Influencer*in werden möchten. 12% stimmen weitgehend zu, 26% stimmen weniger zu und 56% stimmen gar nicht zu.
Quelle: JIM 2023, Angaben in Prozent; Basis: alle Befragten, n=1.200

Das tut die LFK

Der LFK als der in Baden-Württemberg für die Kontrolle der Einhaltung der Werbekennzeichnungspflichten in Social Media-Angeboten zuständigen Behörde begenen immer wieder Verstöße durch fehlerhafte, ungenügende oder gänzlich ausgebliebene Kennzeichung werblicher Beiträge. Darauf reagieren wir einerseits mit Aufklärung - beispielsweise haben die Medienanstalten ein Merkblatt zur Werbekennzeichnungspflicht bei Social Media-Angeboten erarbeitet - andererseits aber nach wiederholter Ermahnung auch mit rechtlichen Schritten. Die Nutzerinnen und Nutzer von Social Media-Angeboten werden im Rahmen von Medienkompetenzprojekten wie YourStory oder ImPerfect für die Thematik sensibilisiert.

Information und Nachrichten

Im Rahmen der JIM-Studie wurde weiterhin gefragt, über welche Wege Jugendliche regelmäßig mit dem aktuellen Weltgeschehen in Kontakt kommen. Hier sind insbesondere Gespräche mit der Familie von großer Bedeutung. 63 Prozent der Befragten werden mindestens mehrmals in der Woche im Familienkreis zum Weltgeschehen informiert. Jeweils gut jede/-r Zweite erfährt Neuigkeiten über Nachrichten im TV/Radio und durch Gespräche mit Freunden. Ein Drittel macht dies regelmäßig über YouTube, gefolgt von TikTok (30 %) und Instagram (29 %). Onlineangebote von TV- und Radiosendern und vorinstallierte Newsfeeds sind für etwa jede/-r Fünften regelmäßig ein Kontaktpunkt zum aktuellen Weltgeschehen, gefolgt von speziellen Nachrichten-Apps (17 %), gedruckten Zeitungen/ Zeitschriften (15 %), Onlineangebote von Zeitungen/Zeitschriften (13 %) und Snapchat (10 %). Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil an Jugendlichen, die regelmäßig über YouTube (+11 PP) und TikTok (+5 PP) Aktuelles zum Weltgeschehen erfahren angestiegen.

Touchpoints "Weltgeschehen" - täglich/mehrmals pro Woche -

Die Abbildung zeigt verschiedene Möglichkeiten mit dem aktuellen Weltgeschehen in Kontakt zu kommen und jeweils den Anteil an Jugendlichen, auf welche dies regelmäßig zutrifft. Basis bilden alle Befragten (n=1200). 63 % erfahren über das aktuelle Weltgeschehen über die Familie, 54 % über TV und Radio, 53 % über Gespräche mit Freunden, 33 % über YouTube, 30 % über TikTok und 29 % über Instagram.
Quelle: JIM 2023, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200

Desinformation, Beleidigungen und Sexuelle Belästigung im Netz

Digitale Medien bieten Jugendlichen zahlreiche Vorteile wie schnelle Kommunikation, Lernmöglichkeiten, kreative Entfaltung, Inspiration und letztendlich Unterhaltung und Zeitvertreib. Gleichzeitig besteht allerdings auch die Gefahr, dass sie im Internet auf problematische Inhalte stoßen. Daher werden im Rahmen der JIM-Studie die Themen Desinformation und Beleidigungen im Netz untersucht. Hierzu wurden die Jugendlichen gefragt, welche der folgenden negativen Phänomene ihnen im letzten Monat im Netz begegnet sind. Demnach sind 58 Prozent mit Fake News in Kontakt gekommen, gut die Hälfte mit beleidigenden Kommentaren. Etwa jeweils zwei von fünf Jugendlichen wurde im letzten Monat vor der Befragung mit extremen politischen Ansichten, Verschwörungstheorien oder Hassbotschaften konfrontiert. 23 Prozent sind ungewollt auf pornografische Inhalte gestoßen, 14 Prozent haben Anfeindungen gegen sich persönlich erleben müssen. Lediglich 27 Prozent konnten von sich sagen, im letzten Monat keinem dieser Phänomene im Internet begegnet zu sein. Im Umkehrschluss haben fast drei Viertel der Jugendlichen binnen eines Monats negative Erfahrungen gemacht.

Mir sind im letzten Monat im Internet begegnet:

Das Balkendiagramm zeigt verschiedene negative Dinge, mit welchen man im Internet konfrontiert werden kann und jeweils den Anteil an Jugendlichen, die diesen im letzten Monat begegnet sind für die Jahre 2023 und 2022. Basis bilden alle 1200 Befragten. 2023 sind 39 % im letzten Monat im Internet Hassbotschaften begegnet, 2022 35 %. 2023 42% extreme politische Ansichten, 2022 43 %. 2023 40 % Verschwörungstheorien, 2022 43 %. 2023 51 % beleidigende Kommentare, 2022 48 %. 2023 58 % Fake News, 2022 56 %. 23% wurden mit ungewollt pornografischen Inhalten konfrontiert.  Persönliche Anfeindungen erlebten 2023 14%, 2022 16%. 2023 und 2022 begegneten 27% der Befragten nichts davon.
Quelle: JIM 2022, JIM 2023, *2022 nicht abgefragt, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten

Im Rahmen der JIM-Studie 2023 wurden die Jugendlichen auch gefragt, ob und wie häufig sie schon einmal im Internet sexuell belästigt wurden. Insgesamt 30 Prozent haben bereits sexuelle Belästigung im Netz erfahren, Mädchen (36%) deutlich häufiger als Jungen (24%). Sechs Prozent geben sogar an, dass ihnen dies regelmäßig also mehrmals pro Woche passiert. Ältere Jugendliche sind deutlich häufiger betroffen.

Sexuelle Belästigung im Internet

Das Balkendiagramm zeigt, wie häufig jugendliche im Internet sexueller Belästigung begegnen. Die Basis bilden alle Befragten. Es wird nach Geschlecht, Alter uns Schulformen differenziert. Insgesamt geben 6% der Befragten an, mindestens mehrmals pro Woche sexueller Belästigung im Internet zu begegnen. 4% mindestens alle 14 Tage, 20% einmal im Monat oder seltener und 70% nie. Die Mädchen erfahren sexuelle Belästigung zu 4% täglich oder mehrmals wöchentlich, zu weiteren 4% mindestens alle 14 Tage, zu 26% einmal oder seltener und zu 64% nie. 7% der Jungen geben an, im Internet täglich oder wöchentlich sexueller Belästigung zu begegnen, 4% mindestens einmal alle 14 Tage, 13% einmal im Monat oder seltener und zu 76% nie. In der Gruppe der 12-13-Jährigen sind es 6%, die mindestens mehrmals pro Woche sexuelle Belästigung erfahren, bei den 14–15-Jährigen ebenfalls 6%, bei den 16-17-Jährigen 4% und bei den 18-19-Jährigen 5%.   Mindestens alle 14 Tage erfahren jeweils 2% der 12-13 und 14-15- Jährigen sexuelle Belästigung im Internet. Bei den 16-17-Jährigen sind es 7% und bei den 18-19-Jährigen 6%. Einmal im Monat oder seltener begegnen 10% der 12-13-Jährigen, 17% der 14-15-Jährigen, 28% der 16-17-Jährigen und 25% der 18-19-Jährigen. 82% der 12-13-Jährigen, 76% der 14–15-Jährigen, 62% der 16-17-Jährigen sowie 63% der 18-19-jährigen Befragten geben an, im Internet nie sexuell belästigt zu werden. Von den Befragten, die eine Haupt- oder Realschule besuchen begegnen 7% täglich oder mehrmals pro Woche sexueller Belästigung, 4% mindestens alle 14 Tage, 20% einmal im Monat oder seltener und 68% nie. Bei befragten, die das Gymnasium besuchen geben 4% an, mindestens mehrmals die Woche sexuelle Belästigung im Netz zu erfahren, 4% mindestens alle 14 Tage, 20% einmal im Monat oder seltener und 72% nie.
Quelle: JIM 2023, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200

Das tut die LFK

Damit insbesondere jüngere Nutzerinnen und Nutzer mit den Gefahren im Netz umgehen lernen, engagiert sich die LFK in zahlreichen Medienkompetenzprojekten. So bieten wir beispielsweise mit Handysektor eine Plattform mit Tipps und Tricks im Umgang mit Sozialen Medien für Jugendliche an. Das Angebot reicht dabei von Erklärung der AGBs einzelner Sozialer Netzwerke, über den richtigen Umgang mit Fake News und Hate Speech bis hin zur Erklärung der Funktionsweise einzelner Apps.

Eltern können sich beispielsweise über unsere gemeinsam mit den Medienanstalten von Bayern, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz sowie klicksafe realisierte Angebot medien-kindersicher über die richtige Konfigurierung der Jugendschutzeinstellungen von Diensten oder Endgeräten ihrer Kinder informieren.

Über die JIM-Studie

Für die JIM-Studie 2023 wurden vom 30. Mai bis zum 9. Juli 2023 1.200 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren in ganz Deutschland befragt. Die Umfrage wurde im Mixed-Mode Design durchgeführt 70 Prozent der Teilnehmenden wurden über telefonische, computergestützte Interviews (CATI) in einer kombinierten Festnetz- und Mobilfunkstichprobe befragt. 30 Prozent der Interviews wurden online durchgeführt (CAWI). Die Feldarbeit und Datenprüfung erfolgte durch die Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH (GIM) in Wiesbaden.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR) durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Alle Ausgaben der JIM-Studie von 1998 bis 2023 sind als PDF auf www.mpfs.de abrufbar. Der mpfs ist eine Kooperation der LFK und der Medienanstalt Rheinland-Pfalz.

Die aus den Studien gewonnenen Ergebnisse sind Grundlage der Entwicklung zahlreicher Medienkompetenzprojekte für Kinder, Jugendliche und deren Eltern in Baden-Württeberg und darüber hinaus.

 

JIM-Studie 2023 zum Download (PDF)
Kontakt

Yvonne Gerigk
Landesanstalt für Kommunikation
Medienforschung; Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)
Tel.: 0711 66991-51
E-Mail: y.gerigk@lfk.de

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