Benutzeroberflächen

Eine Benutzeroberfläche ist eine textlich, bildlich oder akustisch vermittelte Übersicht über Angebote oder Inhalte einzelner oder mehrerer Medienplattformen. Sie dient der Orientierung und ermöglicht die Auswahl von Angeboten, Inhalten und softwarebasierten Anwendungen. Beispiele für eine Benutzeroberfläche sind etwa der Elektronische Programmführer (EPG) des Kabelnetzbetreibers, das Startmenu eines Smart-TVs oder ein digitaler Sprachassistent.

Fernbedienung liegt vor Smart-TV. Auf dem Bildschirm sind mehrere Apps zu sehen.

Die Anbieter von Benutzeroberflächen stehen in gleichem Maße zwischen den Programm- und Inhalteanbietern einerseits und den Nutzerinnen und Nutzern andererseits wie Plattformanbieter. Sie entscheiden damit über die Auffindbarkeit der Programme und Inhalte. Unter dem neuen Medienstaatsvertrag wurde deshalb der Anwendungsbereich der bisherigen Regulierung auf alle Anbieter solcher Benutzeroberflächen ausgeweitet.

Egal ob Elektronischer Programmführer, Menu eines Smart-TVs oder Sprachassistenten – alle diese Benutzeroberflächen entscheiden durch ihre Gestaltung über die Auffindbarkeit von Inhalten und haben damit auch Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung. Die Anbieter sind deshalb dazu verpflichtet, die Auffindbarkeit von Inhalten chancengleich und diskriminierungsfrei zu gestalten.

Darüber hinaus bestimmt der neue Medienstaatsvertrag, dass die Grundsätze für die Auswahl der Rundfunk- und Telemedienangebote transparent gemacht werden müssen. Dazu gehören auch Informationen darüber, wie Empfehlungen erfolgen und wie die Nutzerinnen und Nutzer die Sortierung und Anordnung von Inhalten individuell anpassen können.

Die Landesmedienanstalten konkretisieren die neuen Bestimmungen des Medienstaatsvertrags in Form einer Satzung und stellen sicher, dass die Vorgaben eingehalten werden.

Kontakt

Julia Jeske
Landesanstalt für Kommunikation
Recht, Medienpolitik und Datenschutz
Tel.: 0711 66991-13
E-Mail: j.jeske(at)lfk.de

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