JIM-Studie 2020

Die repräsentative JIM-Studie erscheint seit 1998 jährlich und untersucht die Mediennutzung von Jugendlichen. Auf dieser Seite sind einige wichtige Ergebnisse der aktuellen JIM-Studie 2020 zusammengefasst, welche am 4. Dezember veröffentlicht wurde.

Eine Gruppe junger Frauen konsumiert Inhalte auf dem Smartphone während der Fahrt im ÖPNV

Methode Telefonische Befragung (CATI) und Online-Befragung (CAWI) vom 8. Juni bis 20 Juli 2020

Altersgruppe Jugendliche von 12 bis 19 Jahren

Stichprobe 1.200 Jugendliche in ganz Deutschland

Deutlicher Schub in der Ausstattung mit Mediengeräten

Der persönliche Besitz eines Computers oder Laptops stieg gegenüber dem Vorjahr von 65 auf 72 Prozent, der eines eigenen Tablets von 25 auf 38 Prozent. Jeder dritte Jugendliche hat inzwischen einen Fernseher mit Internetzugang, was einem Anstieg von über zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Gerätebesitz Jugendlicher 2020 (Auswahl)

 Schaubild aus der JIM 2020 über Gerätebesitz Jugendlicher 2020
Quelle: JIM 2019, JIM 2020, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten

Gestiegene Mediennutzungszeiten: Unterhaltung dominiert

Zu beobachten waren außerdem deutlich höhere Mediennutzungszeiten. Die tägliche Internetnutzungsdauer ist nach Einschätzung der Jugendlichen von 205 Minuten im Jahr 2019 auf 258 Minuten in 2020 deutlich gestiegen.

Entwicklung tägliche Onlinenutzung 2010-2020 (Montag bis Freitag, Selbsteinschätzung in Minuten)

Schaubild aus der JIM 2020 über Entwicklung tägliche Onlinenutzung 2010-2020
Quelle: JIM 2010-JIM 2020, Angaben in Minuten; *Änderung der Fragestellung, Basis: alle Befragten

Dabei entfällt nach Einschätzung der Jugendlichen mit einem Drittel der größte Anteil der Onlinenutzung auf den Bereich der Unterhaltung. Fast gleichauf liegen die Bereiche Kommunikation (27 %) und Spiele (28 %). Der geringste Anteil der Onlinezeit entfällt mit elf Prozent auf die Informationssuche.

Inhaltliche Verteilung der Internetnutzung 2016-2020 (in Prozent)

Schaubild aus der JIM 2020 über inhaltliche Verteilung der Internetnutzung 2010-2020
Quelle: JIM 2016-JIM 2020, Angaben in Prozent, Basis: Internetnutzer, n=1.200

Kommunikation

Was die Kommunikation unter Jugendlichen betrifft, bleibt WhatsApp weiterhin der bedeutendste Online-Dienst. 94 Prozent der Jugendlichen nutzen WhatsApp mindestens mehrmals in der Woche, um sich mit anderen auszutauschen. Instagram wird von 72 Prozent der Jugendlichen mindestens mehrmals in der Woche genutzt – mit steigender Tendenz. Auch bei Snapchat, Pinterest und Twitter lassen sich gegenüber dem Vorjahr Steigerungen feststellen. Zu den größten Gewinnern zählt aber die chinesische Plattform TikTok – hier hat sich die regelmäßige Nutzung um 19 Prozentpunkte erhöht.

Aktivitäten im Internet – Schwerpunkt: Kommunikation 2020 (täglich/mehrmals pro Woche)

Schaubild aus der JIM 2020 über Aktivitäten im Internet – Schwerpunkt: Kommunikation 2020
Quelle: JIM 2019, JIM 2020, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten

Aktuell kommuniziert jeder vierte Junge und zwei Fünftel der Mädchen regelmäßig über TikTok. Dabei ist die App besonders für die jüngere Altersgruppe relevant. Bei der Frage nach ihren liebsten Internetangeboten wählen bei den 12-13-Jährigen immerhin 18 Prozent TikTok in ihre Top 3, in der Altersgruppe der 18-19-Jährigen sind es gerade einmal noch 3 Prozent.

Fake News & Hate Speech

Bedenklich stimmt der Anstieg der Verbreitung von falschen oder beleidigenden Informationen im Netz. Ganze 29 Prozent der Jugendlichen gaben an, dass bereits falsche oder beleidigende Sachen über sie verbreitet worden seien. Das sind 8 Prozent mehr als 2019.

Verbreiten von falschen/beleidigenden Informationen 2018-2020 („Es hat schon mal jemand falsche oder beleidigende Sachen über mich per Handy oder im Internet verbreitet“)

Schaubild aus der JIM 2020 über Verbreiten von falschen/beleidigenden Informationen 2020
Quelle: JIM 2018-JIM 2020, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200

Darüber hinaus gaben 53 Prozent der Befragten an, im letzten Monat mit Hassbotschaften in Kontakt gekommen zu sein. Ähnlich viele (45% bzw. 43%) nennen extreme politische Ansichten und Verschwörungstheorien.

Mir sind im letzten Monat im Internet begegnet:

Schaubild aus der JIM 2020 über Begegnungen im Internet
Quelle: JIM 2020, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200

LFK sieht sich in Medienkompetenz-Engagement bestätigt

Die JIM-Studie 2020 illustriert einmal mehr die zentrale Rolle von digitalen Medien im Alltag von Jugendlichen und zeigt wichtige Problem- und Handlungsfelder auf. Die LFK sieht sich duch die Studienergebnisse in ihrem Kurs der Medienkompetenzvermittlung an Kinder, Jugendliche und deren Eltern bestätigt. Hierzu engagieren wir uns in zahlreichen landes- und bundesweiten Projekten.

Beispielsweise bieten wir mit Handysektor eine Plattform mit Tipps und Tricks im Umgang mit Sozialen Medien für Jugendliche an. Das Angebot reicht dabei von Erklärung der AGBs einzelner Sozialer Netzwerke, über den richtigen Umgang mit Fake News und Hate Speech bis hin zur Erklärung der Funktionsweise einzelner Apps.

Eltern können sich beispielsweise über unsere gemeinsam mit den Medienanstalten Bremen (brema) und Mecklenburg-Vorpommern (MMV) realisierte Angebot medien-kindersicher über die richtige Konfigurierung der Jugendschutzeinstellungen von Diensten oder Endgeräten ihrer Kinder informieren.

JIM-Studie 2020 zum Download (PDF)

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR) durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Alle Ausgaben der JIM-Studie von 1998 bis 2020 sind als PDF auf www.mpfs.de abrufbar.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der LFK und der Medienanstalt Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).

Kontakt

Hediye Kheredmand M.A.
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) c/o Landesanstalt für Kommunikation
Medienkompetenz und Forschung
Tel.: 0711 66991-51
E-Mail: h.kheredmand(at)lfk.de

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