Kurzübersicht Radio

An jedem Ort in Baden-Württemberg stehen auf Basis der Sendegebietsplanungen der LFK grundsätzlich drei private Programme zur Verfügung – ein Lokalradio, ein Regionalradio sowie ein landesweites Jugendradio. Tatsächlich sind es durch die Einstrahlung aus benachbarten Regionen noch deutlich mehr.

Foto einer Hand, die ein Autoradio bedient

Lokale & regionale Radios, landesweites Jugendradio

Anders als in anderen Flächenländern, die auf landesweite Senderketten setzten, räumte Baden-Württemberg bei der Planung des privaten Radios zunächst dem Lokalradio die Priorität ein. Lokale Sendegebiete wurden so geplant, dass die Ausbreitung ausreichend groß kalkuliert war, dass ein wirtschaftlich erfolgreicher Betrieb möglich war, aber auch so eng gefasst, dass sich eine lokale Identität entwickeln konnte. Diese Lokalstruktur wird ergänzt um drei größere Sendegebiete, in denen Bereichssender (Regionalradios) die Identität verschiedener Lokalgebiete zu einer regionalen Identität zusammenfassen sowie um ein landesweites Programm für junge Menschen. So wird erreicht, dass an jedem Ort grundsätzlich drei private Programme zur Verfügung stehen. Tatsächlich sind es durch die Einstrahlung aus benachbarten Regionen noch deutlich mehr.

Sonstige Zuweisungen im Hörfunk

Das Angebot ist neben dieser gesetzlichen Struktur aber noch deutlich breiter. Sofern an einzelnen Standorten noch UKW-Sendemöglichkeiten bestanden, wurden diese an weitere vielfaltsergänzende Programme vergeben.

Nichtkommerzielle Lokalradios und Lernradios

Neun Nichtkommerzielle Lokalradios sowie fünf Lernradios als Ausspielplattform von Medienkompetenzprojekten an Hochschulen bieten Inhalte und Musikformate, die in einem wirtschaftlich und damit breiter ausgerichteten Radio nicht erwartbar sind.

Digitale Verbreitung

Neben dieser Kernstruktur, die vor allem durch den nach wie vor klar dominierenden Verbreitungsweg UKW die Hörerinnen und Hörer erreicht, hat auch das digitale Radio in Baden-Württemberg Einzug gehalten. Alle Sender betreiben einen Livestream und nutzen Internetplattformen wie radio.de. Auch die digitale Terrestrik mit der Ausspieltechnik DAB+ entwickelt sich zunehmend. In Baden-Württemberg senden derzeit 16 Programme landesweit über DAB+, wobei das Gesamtangebot mit baden-württembergischen Programmen durch weitere Sender ergänzt wird. Bundesweit senden – vor allem digital über DAB+ und Internet – sunshine live, Schwarzwaldradio und das Schlagerradio B2 mit baden-württembergischer Zulassung.

Baden-Württemberg verfügt über eine einzigartige private Rundfunklandschaft, die sich durch ihr vielfältiges Angebot an privaten Radio- und TV-Sendern auszeichnet. Diese Strukturen müssen erhalten werden, da unsere Rundfunkveranstalter Informationen und regionale Identität vermitteln und somit eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllen.
Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK)

Für die drahtlose Verbreitung von Hörfunkprogrammen (DAB+ und UKW) muss die Bundesnetzagentur geeignete Frequenzen bereithalten. Der formelle Auftrag der LFK hierfür an die Bundesnetzagentur ist die „Bedarfsanmeldung“. Sie enthält alle Anforderungen des Landes an die angestrebte Rundfunkversorgung. Ein wichtiger Parameter ist der Prozentsatz der im jeweiligen Gebiet zu versorgenden Einwohner. Wird diese Zahl zu gering gewählt, ist die Versorgung mangelhaft. Bei einem zu hohen Versorgungsanspruch werden viele Senderstandorte benötigt und der Netzbetrieb wird sehr teuer, was den Rundfunkbetrieb unwirtschaftlich machen kann. Die Erstellung der Bedarfsanmeldung ist also eine Gratwanderung zwischen Versorgungsgüte und Wirtschaftlichkeit.

Der UKW-Hörfunk sendet bereits seit Jahrzehnten. Daher kennt die LFK die Frequenzen, die der private Hörfunk nutzen kann. Die LFK „verteilt“ diese Frequenzen auf die Verbreitungsgebiete. Der Hörer stellt diese Frequenzen auf seinem UKW-Radio ein (oder der Suchlauf macht es automatisch) und das gewünschte Programm erklingt im Lautsprecher.

Eine Liste sowie Download-Möglichkeit der Bedarfsanmeldungen der LFK finden Sie hier.

Kontakt
Abteilungsleiter Ingo Nave

Ingo Nave
Landesanstalt für Kommunikation
Stellvertreter des Präsidenten, Leiter Abteilung Zulassung, Aufsicht und Verwaltung
Tel.: 0711 66991-30
E-Mail: i.nave(at)lfk.de