Social-Media-Analyse zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg

Ziel der von Goldmedia im Auftrag der LFK durchgeführten Studie ist es, die politische Kommunikation der Parteien sowie Landespolitikerinnen und Landespolitiker auf Social-Media-Plattformen im Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 systematisch zu erfassen, auszuwerten und einzuordnen. Dafür wurden deren Video-Posts auf den Plattformen Facebook, Instagram, TikTok und YouTube analysiert.

Copyright: Sara Kurfeß on Unsplash (bearbeitet)

MODUL 1

Der erste Teil der Studie umfasst eine quantitative Analyse (Anzahl Accounts und Reichweite) der Social-Media-Profile von Politikerinnen und Politikern in Baden-Württemberg. Zur untersuchten Stichprobe zählten jene Abgeordnete des 17. Landtags von Baden-Württemberg (2021 konstituiert), die erneut zur Landtagswahl 2026 kandidierten sowie zusätzlich jeweils zehn weitere Politikerinnen und Politiker aus der Landesliste pro Landtagspartei. Insgesamt wurden die Profile von 151 Politikerinnen und Politikern untersucht. Als Stichtag für die Erfassung der Reichweiten wurde der 4. Februar 2026 festgelegt.

Das Kreisdiagramm zeigt die Anzahl der untersuchten Politikerinnen und Politiker nach Parteizugehörigkeit. Die Stichprobe umfasst insgesamt 151 Politikerinnen und Politiker. Differenziert wird nach den Parteien Grüne, CDU, FDP, SPD und AfD. Die Grünen stellen mit 46 Personen den größten Anteil der Stichprobe. Es folgen die CDU mit 35 Personen, die FDP mit 26 Personen, die SPD mit 24 Personen und die AfD mit 20 Personen.
n=151 Politikerinnen und Politiker, Stichtag: 04.02.2026.

Social-Media-Präsenz der Politikerinnen und Politiker

Instagram und Facebook sind bei den untersuchten 151 Politikerinnen und Politikern am beliebtesten. 97 Prozent verfügen über ein Instagram-Profil und 92 Prozent über ein Facebook-Profil. Auf TikTok und YouTube sind deutlich weniger Politikerinnen und Politiker aktiv: 57 Prozent verfügen über ein TikTok-Profil und 55 Prozent über einen eigenen YouTube-Kanal.

Die Grafik zeigt die Social-Media-Präsenz der untersuchten Politikerinnen und Politiker nach Plattform. Dargestellt werden die Anteile der Politikerinnen und Politiker mit einem Account auf Instagram, Facebook, TikTok und YouTube. Instagram wird von 97 % der untersuchten Politikerinnen und Politiker genutzt. Facebook wird von 92 % genutzt. Auf TikTok sind 57 % vertreten. YouTube wird von 55 % genutzt.
n=151 Politikerinnen und Politiker, Stichtag: 04.02.2026.

Anzahl der Follower/Subscriber nach Partei

Beim Blick auf die Follower-Zahlen zeigt sich, dass die AfD bei Facebook und TikTok mit Abstand vorne liegt: Ein „durchschnittlicher“ Account dieser Partei erreicht 5.653 Facebook- und 4.577 TikTok-Follower und damit ein Vielfaches der anderen Parteien. Auf Instagram führen dagegen die Grünen mit 2.173 Followern, gefolgt von CDU (2.062) und SPD (1.902).

Das Balkendiagramm zeigt den Median der Follower- oder Subscriber-Zahlen der untersuchten Politikerinnen und Politiker nach Parteizugehörigkeit und Plattform. Differenziert wird nach Facebook, Instagram, TikTok und YouTube. Für die AfD liegt der Median bei 5.653 auf Facebook, 862 auf Instagram, 4.577 auf TikTok und 22 auf YouTube. Bei der CDU beträgt der Median 1.844 auf Facebook, 2.062 auf Instagram, 177 auf TikTok und 10 auf YouTube. Für die FDP liegt der Median bei 1.255 auf Facebook, 1.846 auf Instagram, 673 auf TikTok und 28 auf YouTube. Bei den Grünen beträgt der Median 964 auf Facebook, 2.173 auf Instagram, 957 auf TikTok und 20 auf YouTube. Für die SPD liegt der Median bei 1.483 auf Facebook, 1.902 auf Instagram, 581 auf TikTok und 27 auf YouTube.
*Alle Followerzahlen der Politikerinnen und Politiker je Partei wurden aufsteigend sortiert; der Wert in der Mitte repräsentiert die „typische“ Reichweite (50 % der untersuchten Politikerinnen und Politiker je Partei liegen darüber, 50 % darunter). Der Median ist weniger anfällig für Ausreißer als der Durchschnitt einer Verteilung. n=151 Politikerinnen und Politiker, Stichtag: 04.02.2026.

Über die untersuchten Plattformen Facebook, Instagram, TikTok und YouTube hinweg erzielen Miguel Klauß (AfD) mit rund 569.000 und Cem Özdemir (Grüne) mit rund 375.000 Followern bzw. Subscribern die mit Abstand höchsten Reichweiten aller untersuchten Politikerinnen und Politiker. Mit Abstand folgen in der TOP 5 Sandro Scheer (AFD, 87.650 Follower), Anton Baron (AFD, 50.219 Follower) und CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (CDU, 39.656 Follower).

Besonders auffällig: Miguel Klauß generiert seine Reichweite vor allem durch TikTok; dort hat der AfD-Politiker rund 504.000 Follower, während seinem Instagram-Account weniger als 10.000 folgen. 

Große Dynamik gab es in der Schlussphase des Wahlkampfs: Zwischen dem 4. Februar 2026 (drei Wochen vor der Landtagswahl) und dem 11. März 2026 (drei Tage nach der Landtagswahl) konnten die Top 20-Politikerinnen und Politiker insgesamt 165.000 neue Follower bzw. Subscriber hinzugewinnen. Allein Cem Özdemir konnte seine Reichweite um rund 98.000 Follower steigern. Es folgen Miguel Klauß mit 44.000 und Manuel Hagel mit 9.000 neuen Followern.

MODUL 2

Den zweiten Teil der Erhebung bildet eine umfassende inhaltliche Analyse der Video-Posts ausgewählter Politikerinnen und Politiker sowie Parteien. Die untersuchte Stichprobe setzt sich aus folgenden Zielgruppen zusammen:

  • Parteien des 17. baden-württembergischen Landtags zzgl. Die Linke und deren Jugendorganisationen,
  • Führende Politikerinnen und Politiker (Parteivorsitz, Fraktionsvorsitz, Spitzenkandidatur) der Parteien des 17. baden-württembergischen Landtags zzgl. Die Linke
  • Top-7 der reichweitenstärksten Politikerinnen und Politiker pro untersuchter Partei

Von diesen Zielgruppen veröffentlichten im Untersuchungszeitraum (8. Februar bis 8. März 2026) insgesamt 40 Politikerinnen und Politiker, 6 Landesparteien (inkl. 4 Fraktions-Accounts) sowie 5 Jugendorganisationen Video-Posts.

Die Videos der untersuchten Accounts wurden durch ein eigenentwickeltes KI-basiertes Social-Video-Tracking-Tool tagesaktuell identifiziert und transkribiert. Für jedes Video erfolgte eine umfassende inhaltliche Auswertung zu den adressierten Themen und Zielgruppen, den transportierten Emotionen (ausgelöste Gefühle) und zur Tonalität (sprachlicher Stil). Zudem wurden die Metriken zu Views, Likes, Shares und Kommentaren erfasst und analysiert. Ein einzelner Video-Post konnte dabei mehreren Themenfeldern, Emotionen und Tonalitäten zugeordnet werden.

Anzahl Videos

Im Untersuchungszeitraum veröffentlichten die untersuchten 40 Politikerinnen und Politiker, sechs Landesparteien (inkl. vier Fraktionen) und fünf Jugendorganisationen insgesamt 4.384 Videos (inkl. Instagram Stories; exkl. YouTube Shorts) über ihre 134 Accounts auf den untersuchten Plattformen.

Die Grünen und die CDU sind über alle Videoangebote mit 1.076 und 1.056 veröffentlichten Videos und durchschnittlich 51,2 bzw. 50,3 veröffentlichten Videos je untersuchtem Account am produktivsten. Die FDP folgt mit 30,6 und die AfD mit 25,0 Videos pro Account, während SPD und Linke mit 20,3 bzw. 19,5 Videos im Vergleich weniger aktiv sind.

Das Balkendiagramm zeigt die Anzahl der veröffentlichten Videos inklusive Instagram Stories nach Parteizugehörigkeit. Zusätzlich ist die durchschnittliche Anzahl der Videos pro Account angegeben. Die Grünen veröffentlichen 1.076 Videos mit durchschnittlich 51,2 Videos pro Account. Die CDU veröffentlicht 1.056 Videos mit durchschnittlich 50,3 Videos pro Account. Die FDP veröffentlicht 857 Videos mit durchschnittlich 30,6 Videos pro Account. Die AfD veröffentlicht 574 Videos mit durchschnittlich 25,0 Videos pro Account. Die SPD veröffentlicht 568 Videos mit durchschnittlich 20,3 Videos pro Account. Die Linke veröffentlicht 253 Videos mit durchschnittlich 19,5 Videos pro Account.
n=40 Politikerinnen und Politiker, 6 Landesparteien (inkl. 4 Fraktions-Accounts), 5 Jugendorganisationen; Untersuchungszeitraum: 08.02.-08.03.2026.

Anzahl Videos & Views (ohne Instagram Stories)

Da bei Instagram Stories Videoabrufe und Interaktionen nicht öffentlich zugänglich sind, werden für eine bessere Vergleichbarkeit die Daten im Folgenden ohne Instagram Stories ausgewertet. 

Ohne Instagram Stories weist die CDU mit 551 veröffentlichten Videos die höchste Aktivität auf, doch die AfD liegt bei der Reichweite mit 15,8 Mio. Views deutlich vorn, trotz der geringeren Zahl an veröffentlichten Videos (502). Die Grünen erreichen 11 Mio. Views. Die Linke erreicht mit der geringsten Anzahl veröffentlichter Videos (96) mehr Views als CDU, FDP oder SPD.

Das linke Balkendiagramm stellt die Anzahl der Videos nach Parteien dar, das rechte Kreisdiagramm die gesamten Video-Views nach Partei. Die CDU veröffentlicht im Untersuchungszeitraum 551 Videos, die AfD 502, die FDP 467, die SPD 358, die Grünen 308 und die Linke 96 Videos. Die gesamten Video-Views für alle untersuchten Videos zusammen betragen 44,8 Millionen. Die AfD erreicht 15,8 Millionen Views, die Grünen 11,2 Millionen, die Linke 5,9 Millionen, die CDU 5,7 Millionen, die FDP 4,1 Millionen und die SPD 2,1 Millionen Views.
n=40 Politikerinnen und Politiker, 6 Landesparteien (inkl. 4 Fraktions-Accounts), 5 Jugendorganisationen; Untersuchungszeitraum: 08.02.-08.03.2026.

Video-Views: Durchschnitt & Plattformanteil nach Parteien

Die Linke führt mit durchschnittlich 61.846 Views pro Video Post die Reichweite an, gefolgt von den Grünen mit 36.205 Views und der AfD mit 31.480 Views. CDU, FDP und SPD liegen bei den durchschnittlichen Views deutlich darunter. Die plattformbezogene Betrachtung zeigt, dass Instagram mit 52 % der Gesamt Views am wichtigsten ist, gefolgt von Facebook mit 37 %. Die Linke erzielt nahezu ihre gesamte Reichweite über Instagram (98 %), CDU, FDP und Grüne generieren dort mehr als die Hälfte ihrer Views. AfD und SPD erzielen einen erheblichen Teil ihrer Reichweite über Facebook. Im Vergleich dazu spielt TikTok für alle Parteien noch eine untergeordnete Rolle. YouTube hat so gut wie keine Relevanz.

Die Balkendiagramme zeigen auf der linken Seite die durchschnittlichen Video-Views pro untersuchtem Video-Post sowie auf der rechten Seite die Verteilung der Gesamt-Views nach Plattform und Parteizugehörigkeit. Die durchschnittlichen Views pro Video-Post liegen bei der Linken bei 61.846, bei den Grünen bei 36.205, bei der AfD bei 31.480, bei der CDU bei 10.393, bei der FDP bei 8.871 und bei der SPD bei 5.745. Über alle Parteien hinweg beträgt der Durchschnitt 19.640 Views pro Video-Post. Bei der AfD entfallen 59 % der Views auf Facebook, 28 % auf Instagram, 10 % auf TikTok und 3 % auf YouTube. Bei der CDU verteilen sich die Views auf 37 % Facebook, 58 % Instagram und 6 % TikTok. Für die FDP liegen die Anteile bei 32 % Facebook, 54 % Instagram und 14 % TikTok. Bei den Grünen entfallen 23 % auf Facebook, 61 % auf Instagram und 16 % auf TikTok. Bei der Linken verteilen sich die Views auf 2 % Facebook, 98 % Instagram und 0,5 % YouTube. Für die SPD liegen die Anteile bei 48 % Facebook, 41 % Instagram und 11 % TikTok. Die Verteilung der Gesamt-Views nach Plattform beträgt insgesamt 37 % auf Facebook, 52 % auf Instagram, 10 % auf TikTok und 1 % auf YouTube.
*Durchschnittsberechnung: Die Gesamtzahl der Video Views auf Facebook, Instagram (exkl. Instagram-Stories), TikTok und YouTube wurde durch die Anzahl der Video-Posts je Partei geteilt. n=40 Politikerinnen und Politiker, 6 Landesparteien (inkl. 4 Fraktions-Accounts), 5 Jugendorganisationen; Untersuchungszeitraum: 08.02.-08.03.2026.

Engagement nach Parteien: Likes, Shares, Kommentare

In Summe erzielen die Parteien im Untersuchungszeitraum ein Gesamt-Engagement* von 2,58 Mio. Interaktionen (2,21 Mio. Likes, 0,09 Mio. Shares** und 0,27 Mio. Kommentare). Die AfD generiert dabei mit 1,16 Mio. Interaktionen das höchste Gesamt-Engagement. Mit durchschnittlich 4.631 Interaktionen pro Video Post erzielt Die Linke das höchste Gesamt-Engagement pro untersuchtem Video Post. Dahinter folgt die AfD mit 2.497 durchschnittlichen Interaktionen pro Video.

Das Kreisdiagramm links zeigt das Gesamt-Engagement nach Parteien, das Balkendiagramm rechts das durchschnittliche Engagement pro untersuchtem Video-Post nach Parteizugehörigkeit. Das Gesamt-Engagement umfasst Likes, Shares und Kommentare. Insgesamt werden 2,58 Millionen Likes, Shares und Kommentare erfasst. Die AfD erreicht 1,16 Millionen Interaktionen, die Grünen 0,60 Millionen, die Linke 0,38 Millionen, die CDU 0,20 Millionen, die FDP 0,14 Millionen und die SPD 0,09 Millionen Interaktionen. Die zweite Grafik zeigt das durchschnittliche Gesamt-Engagement pro Video-Post, aufgeteilt nach Likes, Shares und Kommentaren. Die Linke erreicht durchschnittlich 4.631 Interaktionen pro Video-Post. Die AfD erzielt durchschnittlich 2.497 Interaktionen, die Grünen 1.897, die CDU 427, die FDP 311 und die SPD 225 Interaktionen pro Video-Post, wobei die Likes immer den größten Anteil ausmachen.
*Gesamt-Engagement=Anzahl der Likes, Shares und Kommentare. ** Shares nur von Facebook und TikTok. n=40 Politikerinnen und Politiker, 6 Landesparteien (inkl. 4 Fraktions-Accounts), 5 Jugendorganisationen; Untersuchungszeitraum: 08.02.-08.03.2026.

Adressierte Themen nach Partei & Verteilung

Die Analyse der Videos nach Themen offenbart deutliche parteispezifische Akzente: Die AfD sticht bei „Innere Sicherheit & Kriminalität“ (6 %) sowie „Migrations- & Asylpolitik“ (6 %) hervor (vgl. Folie 29 im Gesamtbericht für grafische Abbildung aller Themen). CDU und FDP erreichen vergleichsweise hohe Werte bei „Wirtschaft, Finanzen & Arbeitsmarkt“ (16 %). Die Linke und SPD legen einen Schwerpunkt auf „Sozialpolitik*“ (16 % bzw. 14 %), Die Grünen zeigen etwas höhere Anteile bei „Werte & Normen“ (9 %).

 

Das Säulendiagramm zeigt die Verteilung der adressierten Themenfelder nach Parteizugehörigkeit. Differenziert wird nach AfD, CDU, FDP, Grünen, Linken und SPD. Dargestellt ist der Anteil der einzelnen Themenfelder an allen adressierten Themenfeldern der jeweiligen Partei. Im Themenfeld Politik, Regierung und Staat liegen die Anteile bei 25 % für die AfD, 23 % für die CDU, 26 % für die FDP, 21 % für die Grünen, 22 % für die Linke und 23 % für die SPD. Im Themenfeld Gesellschaft und soziale Dynamiken entfallen 19 % auf die AfD, 18 % auf die CDU, 19 % auf die FDP, 18 % auf die Grünen, 15 % auf die Linke und 14 % auf die SPD. Im Themenfeld Wirtschaft, Finanzen und Arbeitsmarkt liegen die Anteile bei 10 % für die AfD, 16 % für die CDU, 15 % für die FDP, 9 % für die Grünen, 10 % für die Linke und 13 % für die SPD. Im Themenfeld Werte und Normen entfallen 9 % auf die AfD, 6 % auf die CDU, 7 % auf die FDP, 9 % auf die Grünen sowie jeweils 5 % auf Linke und SPD. Im Themenfeld Bildung, Wissenschaft und Forschung liegen die Anteile bei 2 % für die AfD, 8 % für die CDU, 7 % für die FDP, 5 % für die Grünen, 2 % für die Linke und 8 % für die SPD. Im Themenfeld Sozialpolitik liegen die Anteile bei 1 % für die AfD, 3 % für die CDU, 4 % für die FDP, 8 % für die Grünen, 16 % für die Linke und 14 % für die SPD. Im Themenfeld Demografie, Familie und Generationen entfallen 2 % auf die AfD, 6 % auf die CDU, 4 % auf die FDP, 6 % auf die Grünen, 3 % auf die Linke und 8 % auf die SPD. Im Themenfeld Umwelt, Klima, Energie und Nachhaltigkeit liegen die Anteile bei 5 % für die AfD, 3 % für die CDU, 3 % für die FDP, 6 % für die Grünen, 1 % für die Linke und 1 % für die SPD.
*Dargestellt nur Themenfelder mit Anteil >3 % an allen adressierten Themenfeldern. ** inkl. Soziale Gerechtigkeit/Sicherheit. n=40 Politikerinnen und Politiker, 6 Landesparteien (inkl. 4 Fraktions-Accounts), 5 Jugendorganisationen; Untersuchungszeitraum: 08.02.-08.03.2026.

Transportierte Emotionen nach Partei & Verteilung

Emotionen prägen die politische Videokommunikation, doch die Parteien setzen dabei unterschiedliche Akzente. Die AfD kombiniert den höchsten Anteil an „Wut & Empörung“ (26 %) mit einer ebenfalls hohen Präsenz von „Angst & Sorge“ (21 %). Die CDU setzt hingegen primär auf „Freude & Hoffnung*“ (31 %), „Enthusiasmus“ (26 %) sowie „Stolz & Zugehörigkeit“ (24 %). Die Grünen heben sich zusammen mit Linke und SPD besonders durch „Mitgefühl & Solidarität“ ab. Die Linke zeigt zudem hohe Anteile bei „Wut & Empörung“ (23 %). Die SPD kombiniert „Freude & Hoffnung“ (23 %) mit nennenswerten Anteilen an „Wut & Empörung“ (19 %).

Das Säulendiagramm zeigt die Verteilung der transportierten Emotionen in den untersuchten Videos nach Parteizugehörigkeit. Differenziert wird nach AfD, CDU, FDP, Grünen, Linken und SPD. Dargestellt ist der Anteil der einzelnen Emotionen an allen transportierten Emotionen der jeweiligen Partei. Bei Freude und Hoffnung liegen die Anteile bei 15 % für die AfD, 31 % für die CDU, 28 % für die FDP, 30 % für die Grünen, 19 % für die Linke und 23 % für die SPD. Für Enthusiasmus entfallen 16 % auf die AfD, 26 % auf die CDU, 22 % auf die FDP, 21 % auf die Grünen, 12 % auf die Linke und 14 % auf die SPD. Bei Wut und Empörung liegen die Anteile bei 26 % für die AfD, 5 % für die CDU, 17 % für die FDP, 9 % für die Grünen, 23 % für die Linke und 19 % für die SPD. Für Stolz und Zugehörigkeit entfallen 15 % auf die AfD, 24 % auf die CDU, 10 % auf die FDP, 14 % auf die Grünen, 5 % auf die Linke und 8 % auf die SPD. Bei Angst und Sorge liegen die Anteile bei 21 % für die AfD, 8 % für die CDU, 16 % für die FDP, 11 % für die Grünen sowie jeweils 16 % für Linke und SPD. Für Mitgefühl und Solidarität entfallen 5 % auf die AfD, 5 % auf die CDU, 5 % auf die FDP, 14 % auf die Grünen, 24 % auf die Linke und 18 % auf die SPD. Sonstige Emotionen erreichen 0 % bei AfD, CDU, Grünen und Linken sowie jeweils 1 % bei FDP und SPD. Keine Emotionen werden bei 3 % der AfD-Beiträge, 1 % der CDU-Beiträge, 2 % der FDP-Beiträge, 1 % der Grünen-Beiträge, 0 % der Linken-Beiträge und 2 % der SPD-Beiträge ausgewiesen.
*inkl. weitere positive Emotionen; n=40 Politikerinnen und Politiker, 6 Landesparteien (inkl. 4 Fraktions-Accounts), 5 Jugendorganisationen; Untersuchungszeitraum: 08.02.-08.03.2026.

Interessant hierbei: Über alle untersuchten Parteien- sowie Politikerinnen- und Politiker-Accounts hinweg erzielen im Schnitt jene Video-Posts die meisten Views, die „Wut & Empörung“ sowie „Angst & Sorge“ als Emotionen transportieren. Im Vergleich dazu schneiden Videos mit den Emotionen „Enthusiasmus“ und „Freude & Hoffnung“ deutlich schlechter ab, obwohl diese Emotionen am häufigsten eingesetzt werden.

Die beiden Balkendiagramme zeigen die Verteilung der transportierten Emotionen sowie die durchschnittlichen Views pro Video nach transportierten Emotionen. Die Verteilung der Emotionen bezogen auf alle in den Videos registrierten Emotionen beträgt 25 % für Freude und Hoffnung, 20 % für Enthusiasmus, jeweils 15 % für Wut und Empörung sowie Stolz und Zugehörigkeit, 14 % für Angst und Sorge und 9 % für Mitgefühl und Solidarität. Die durchschnittlichen Views pro Video liegen bei Wut und Empörung bei 27.546. Die zugehörige Gesamtzahl der Views beträgt 18,7 Millionen. Für Angst und Sorge werden durchschnittlich 24.761 Views pro Video erreicht, bei insgesamt 15,6 Millionen Views. Mitgefühl und Solidarität erreicht durchschnittlich 21.272 Views pro Video bei insgesamt 8,8 Millionen Views. Stolz und Zugehörigkeit erzielt durchschnittlich 17.004 Views pro Video bei insgesamt 11,4 Millionen Views. Enthusiasmus erreicht durchschnittlich 16.085 Views pro Video bei insgesamt 14,4 Millionen Views. Freude und Hoffnung erzielt durchschnittlich 15.336 Views pro Video bei insgesamt 17,7 Millionen Views.
*inkl. weitere positiver Emotionen. **Differenz zu 100 %: Darstellung ohne sonstige/keine Emotionen. n=40 Politikerinnen und Politiker, 6 Landesparteien (inkl. 4 Fraktions-Accounts), 5 Jugendorganisationen; Untersuchungszeitraum: 08.02.-08.03.2026.

Tonalität nach Partei & Verteilung

Während die transportierten Emotionen die ausgelösten Gefühle beschreiben, richtet sich die Analyse der Tonalität auf den im Video angewendeten sprachlichen Stil. Die AfD fällt durch einen hohen Anteil an Aussagen, die „kritisch & provokativ“ sind (24 %), auf und weist mit 5 % auch den Spitzen wert bei „beleidigend & erniedrigend“ auf. Die Ansprache der CDU ist dagegen deutlich konstruktiver: Sie setzt am häufigsten auf „ermutigende & positive“ (30 %) und kombiniert dies mit "informativen & sachlichen“ (14 %) Botschaften. Die Grünen differenzieren sich, indem sie im Vergleich am häufigsten „reflektiert & empathisch“ (7 %) sowie „unterhaltsam“ (8 %) kommunizieren.

Das Säulendiagramm zeigt die Verteilung der verwendeten Tonalitäten in den untersuchten Video-Posts. Differenziert wird nach AfD, CDU, FDP, Grünen, Linken und SPD. Dargestellt ist, welcher Anteil der Beiträge einer Partei den einzelnen Tonalitäten zugeordnet wurde. Bei entschlossen & bestimmt liegen die Anteile bei 26 % für die AfD, 24 % für die CDU, 28 % für die FDP, 24 % für die Grünen, 26 % für die Linke und 24 % für die SPD. Für ermutigend & positiv entfallen 11 % auf die AfD, 30 % auf die CDU, 19 % auf die FDP, 26 % auf die Grünen, 14 % auf die Linke und 19 % auf die SPD. Bei emotional & expressiv liegen die Anteile bei 24 % für die AfD, 17 % für die CDU, 16 % für die FDP, 18 % für die Grünen, 26 % für die Linke und 21 % für die SPD. Für kritisch & provokativ entfallen 24 % auf die AfD, 6 % auf die CDU, 19 % auf die FDP, 10 % auf die Grünen, 23 % auf die Linke und 16 % auf die SPD. Bei informativ & sachlich liegen die Anteile bei 5 % für die AfD, 14 % für die CDU, 8 % für die FDP, 7 % für die Grünen, 0 % für die Linke und 8 % für die SPD. Für Unterhaltsam entfallen 3 % auf die AfD, 7 % auf die CDU, 5 % auf die FDP, 8 % auf die Grünen, 3 % auf die Linke und 6 % auf die SPD. Bei reflektiert & empathisch liegen die Anteile bei 1 % für die AfD, 3 % für die CDU, 2 % für die FDP, 7 % für die Grünen sowie jeweils 4 % für Linke und SPD. Für beleidigend & erniedrigend entfallen 5 % auf die AfD, 1 % auf die CDU, 2 % auf die FDP, 1 % auf die Grünen, 4 % auf die Linke und 2 % auf die SPD.
*Differenz zu 100 %: Darstellung ohne Sonstige. n=40 Politikerinnen und Politiker, 6 Landesparteien (inkl. 4 Fraktions-Accounts), 5 Jugendorganisationen; Untersuchungszeitraum: 08.02.-08.03.2026.

Bedenklich: Video Posts mit einem „beleidigenden & erniedrigenden“ Ton erzielen durchschnittlich die meisten Views pro Video (41.817), gefolgt von Videos mit einem „kritischen & provokativen“ Ton (28.041 Video-Views). Im Vergleich dazu schneiden Video Posts mit einem „ermutigenden & positiven“ sowie „informativen & sachlichen“ Ton am schlechtesten ab.

Das linke Balkendiagramm zeigt die Verteilung der verwendeten Tonalitäten bezogen auf alle in den Videos identifizierten Tonalitäten, das rechte Balkendiagramm die durchschnittlichen Views pro Video nach Tonalität. Die Verteilung der Tonalitäten beträgt 25 % für entschlossen & bestimmt, 21 % für ermutigend & positiv, 19 % für emotional & expressiv, 15 % für kritisch & provokativ, 8 % für informativ & sachlich, 5 % für unterhaltsam, 3 % für reflektiert & empathisch sowie 2 % für beleidigend & erniedrigend. Die durchschnittlichen Views pro Video liegen bei beleidigend & erniedrigend bei 41.817. Die zugehörige Gesamtzahl der Views beträgt 4,8 Millionen. Für kritisch & provokativ werden durchschnittlich 28.041 Views pro Video erreicht, bei insgesamt 21,2 Millionen Views. Emotional & expressiv erreicht durchschnittlich 23.592 Views pro Video bei insgesamt 22,9 Millionen Views. Reflektiert & empathisch erzielt durchschnittlich 22.294 Views pro Video bei insgesamt 3,5 Millionen Views. Unterhaltsam erreicht durchschnittlich 21.737 Views pro Video bei insgesamt 5,8 Millionen Views. Entschlossen & bestimmt erzielt durchschnittlich 19.811 Views pro Video bei insgesamt 25,1 Millionen Views. Ermutigend & positiv erreicht durchschnittlich 14.079 Views pro Video bei insgesamt 14,7 Millionen Views. Informativ & sachlich erzielt durchschnittlich 10.599 Views pro Video bei insgesamt 4,5 Millionen Views.
*Differenz zu 100 %: Darstellung ohne Sonstige. n =40 Politikerinnen und Politiker, 6 Landesparteien (inkl. 4 Fraktions-Accounts), 5 Jugendorganisationen; Untersuchungszeitraum: 08.02.-08.03.2026.

Gesamtstudie zum Download

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Kontakt

Thomas Rathgeb
Landesanstalt für Kommunikation
Leiter Abteilung Medienkompetenz, Jugendschutz und Forschung
Tel.: 0711 66991-52
E-Mail: t.rathgeb@lfk.de

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