Online-Audio-Monitor 2026

Der Online-Audio-Monitor (OAM) gibt jährlich Auskunft über die Nutzung von Webradio, Musik-Streaming und Podcasts und beleuchtet aktuelle Entwicklungen rund um Smart Speaker/TV sowie KI. Der OAM 2026 wurde am 16. September 2026 vorgestellt. Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

1. Online-Audio ist Massenmedium: Drei von vier Menschen in Deutschland hören es

53 Millionen Menschen ab 14 Jahren hören zumindest gelegentlich Online-Audio – das entspricht drei Vierteln der Bevölkerung. Rund 48 Millionen bzw. 68 Prozent hören regelmäßig mindestens einmal im Monat.

Nach den starken Zuwächsen der vergangenen Jahre konsolidiert sich die Nutzung auf sehr hohem Niveau. Bei den 14- bis 29-Jährigen hören 93 Prozent zumindest gelegentlich Online-Audio, bei den 30- bis 49-Jährigen 89 Prozent.

2. Online-Audio ist tägliche Routine: Sechs von zehn Hörenden hören jeden Tag

44 Prozent der Bevölkerung hören täglich oder fast täglich Online-Audio – das sind sechs von zehn der 53 Millionen Online-Audio-Hörenden.

Getragen wird die tägliche Nutzung vor allem von Webradio und Musikstreaming – beide bleiben die wichtigsten Online-Audio-Konstanten im Alltag.

3. Die Formate halten ihre Positionen: Musikstreaming führt vor Webradio, Podcasts bestätigen ihr Niveau mit leicht positiver Tendenz

Musikstreaming bleibt mit 66 Prozent der Bevölkerung das reichweitenstärkste Format – vor Webradio (54 Prozent), Podcasts (34 Prozent) und Hörbüchern/Hörspielen (25 Prozent).

Webradio und Hörbücher/-spiele verlieren gegenüber dem Vorjahr jeweils rund zwei Prozentpunkte – relativ betrachtet ein Rückgang um 3,9 Prozent (Webradio) bzw. 7,5 Prozent (Hörbücher/-spiele); Musikstreaming und Podcasts bleiben stabil.

Webradio bleibt stark durch Simulcast geprägt: Acht von zehn Webradio-Hörenden hören Sender, die auch über UKW oder DAB+ verbreitet werden – mehr als die Hälfte hört ausschließlich solche Programme.

4. Online-Audio begleitet den Alltag – am stärksten im Auto und bei der Hausarbeit

Jeweils rund sechs von zehn regelmäßigen Online-Audio-Hörenden hören im Auto (62 Prozent) und bei der Hausarbeit (61 Prozent) – mit deutlichem Abstand die wichtigsten Nutzungssituationen.

Jüngere lassen sich häufiger nebenbei begleiten – beim Arbeiten, Surfen, Gaming oder unterwegs. Ältere hören häufiger ohne Nebenbeschäftigung. Insgesamt werden etwas weniger verschiedene Situationen genannt als im Vorjahr.

5. Jedes Format hat seine Stärken: Musikstreaming für Auswahl, Webradio für schnellen Zugriff, Podcasts für Tiefe

In den näher beleuchteten Nutzungssituationen zählen Unterhaltung, einfacher Zugriff und Hören ohne Hinschauen zu müssen zu den zentralen Stärken von Online-Audio.

Musikstreaming punktet mit gezielter Auswahl und vermittelt am häufigsten ein gutes Gefühl. Webradio steht für schnellen, spontanen Zugriff und liefert zuverlässig Informationen. Podcasts überzeugen mit Hintergrundwissen, Vertrauen und gezielter Themenwahl – und werden am häufigsten exklusiv gehört.

6. Podcasts sind für 20 Millionen Menschen Alltag – und ein ernstzunehmendes Informationsmedium

20 Millionen Menschen (29 Prozent der Bevölkerung) hören mindestens einmal im Monat Podcasts – die regelmäßige Nutzung bleibt damit stabil zum Vorjahr.

Für 35 Prozent der regelmäßigen Podcast-Hörenden sind Podcasts eine hauptsächliche oder sogar die wichtigste Informationsquelle zum Zeitgeschehen; weitere 42 Prozent nutzen sie ergänzend zu anderen Quellen.

Politik und Gesellschaft bleibt mit 50 Prozent das mit Abstand meistgehörte Thema. Bei den Rubriken haben Infosendungen, Wissens- und Lernbeiträge in diesem Jahr wieder Unterhaltung/ Comedy überholt. Jüngere suchen stärker Unterhaltung, Ältere Information und regionale Inhalte.

7. Podcasts entwickeln sich weiter: Das Video ist Beigabe – und Zahlungsbereitschaft ist vorhanden

Vier von zehn regelmäßigen Podcast-Hörenden nutzen Podcasts mit parallelem Video – stabil zum Vorjahr. Aber nur noch gut ein Fünftel schaut überwiegend aufmerksam hin: Das Video wird zunehmend zur optionalen Ergänzung, im Mittelpunkt steht der Audioinhalt.

18 Prozent zahlen bereits für Podcast-Inhalte oder unterstützen Podcaster finanziell. Das Potenzial ist größer: Rund sechs von zehn würden für mindestens einen Mehrwert (z. B. exklusive Inhalte, Interaktive Möglichkeiten) zahlen – der stärkste Hebel ist ein werbefreies Hörerlebnis (30 Prozent).

8. Im Auto bleibt Radio die Nummer eins – aber über CarPlay und Android Auto ist der Wettbewerb härter

30 Millionen Menschen hören Online-Audio im Auto. Von ihnen hören 84 Prozent auch Radio: Klassisches Radio über UKW/DAB+ erreicht 74 Prozent, Musikstreaming 70 Prozent, Webradio 60 Prozent.

Der wichtigste Zugang ist das fest eingebaute Radio-/Infotainmentsystem (66 Prozent) – dort ist Radio besonders präsent: 95 Prozent finden den Radiobereich leicht (Web oder UKW/DAB+). Bei Nutzerinnen und Nutzern von Apple CarPlay und Android Auto konkurriert Radio dagegen deutlich stärker mit Musikstreaming und anderen Audio-Angeboten.

9. Der Zugang zu Online-Audio konzentriert sich auf Spotify und YouTube

Im Gesamtmarkt bleibt Google/YouTube mit 51 Prozent der regelmäßigen Online-Audio-Hörenden der meistgenutzte Zugang, knapp vor Spotify mit 48 Prozent. Dahinter folgen die Audiotheken, Apps und Webseiten der Radiosender, Radioplattformen und Amazon.

Beim Musikstreaming führt Spotify (57 Prozent), auch bei Podcasts (52 Prozent vor YouTube mit 44 Prozent) – der Podcast-Zugang konzentriert sich damit stärker auf die beiden führenden Plattformen. Bei Hörbüchern liegt Amazon inklusive Audible vorn, Spotify schließt auf. Webradio wird hingegen über sendereigene Webseiten, Apps und Audiotheken sowie Aggregatoren gehört.

10. Das Smartphone ist das Endgerät des Audio-Alltags – dahinter verlieren fast alle Geräte im Vergleich zum Vorjahr

83 Prozent der regelmäßigen Online-Audio-Hörenden nutzen das Smartphone – es ist in allen Altersgruppen die erste Wahl. Smart TV, Laptop, Tablet, PC, Spielekonsole und Smartwatch werden seltener genannt als im Vorjahr.

Über den Online-Audio-Monitor (OAM)

Der Online-Audio-Monitor (OAM) untersucht bevölkerungsrepräsentativ die Online-Audio-Nutzung der ab 14-Jährigen in Deutschland. Dafür wurden mittels eines Mixed Mode-Ansatzes (Computer Assisted Telephone Interviewing (CATI) sowie Computer Assisted Web Interviewing (CAWI)) im Zeitraum 28. April bis 1. Juni 2026 insgesamt 5206 Personen befragt.

Auftraggeber der von der mindline media GmbH durchgeführten Studie sind - neben der LFK - die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, die Landesanstalt für Medien NRW, der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V., VAUNET – Verband Privater Medien und RMS Radio Marketing Service.

Studie zum Download

Den gesamten Studienbericht mit allen Ergebnissen können Sie nachfolgend kostenfrei herunterladen.

Online-Audio-Monitor 2026 zum Download (PDF)
Kontakt

Thomas Rathgeb
Landesanstalt für Kommunikation
Leitung Abteilung Medienkompetenz, Jugendschutz und Forschung
Tel.: 0711 66991-52
E-Mail: t.rathgeb@lfk.de

Auftraggeber

Studiendurchführung